Am Straßenrand

Gehe ich mit den Hunden, lege ich wenig Wert auf Begegnungen. Trubel habe ich zu Hause genug, da möchte ich nicht zwingend anderen Menschen begegnen. In der heutigen Zeit nicht und auch sonst, fühle ich mich mit mir alleine oder wenig Gesellschaft wesentlich wohler.

Die Gegenden, die ich aufsuche, sind deshalb wenig frequentiert. Ich mag tiefe Wälder und Trampelpfade neben leeren Pumpenhäusern. Die Brombeerranken greifen nach mir, irgendwo verrottet Holz und über mir kreist ein Raubvogel. Der Rest ist still.

Und da liegen sie manchmal, solche Schätze. Dieses scheint, so lehmverklebt, wie es ist, lange im Wasser gelegen zu haben. Irgendwann wurde es sicher geklaut, dann vermisst. Ein Polizist hat eine Anzeige geschrieben und eine Versicherung hat bezahlt. Dann wurde es ins Wasser geworfen oder fiel hinein. Es wurde geborgen und einfach an der Seite abgelegt.

Dort ruht es jetzt, grüßt die Vorübergehenden, hält netterweise die Klappe und lässt Moos über sich wachsen.

Guter Plan

Alice

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Grinsekatz sagt:

    Klasse Bild … mich beschleicht immer so ein trauriges Gefühl, beim Anblick von so derangierten Gegenständen, die irgendwann mal nicht nur funktioniert, sondern auch anderen Menschen Freude gemacht haben.

    Gefällt 1 Person

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