Veröffentlicht in handmade, Mit Farbe oder auch nicht, Schreiben, Selfmade, Weitgehend schwarz-weiß

Ich mag keine Menschen

Ich gehe nicht gerne mit Fremden auf Tuchfühlung, wen ich nicht kenne, der halte bitte die soziale Distanz ein. Ich musste heute schon die scheinschwangere Hündin mit den Tierartztassistentinnen festhalten und kam damit deutlich unter den empfohlenen Abstand. Die hysterische Maus bekommt jetzt Medikamente und damit ist es hoffentlich ausgestanden. Offenbar hält sie unseren Köter für nicht edel genug, was soll man dazu sagen.

Sie flippte also völlig aus, als ich wegen des Röntgens den Raum verließ und war am Ende nur mit mir, nach unterzeichneter Erklärung und in Bleischürze für 10 Sekunden ruhig zu halten.

Schade, dass es nicht geklappt hat mit den Welpen, doch jetzt haben wir wenigstens Gewissheit und können sie behandeln. Das kann ja auch nicht schön sein, so unter Dauerhormonbeschuss.

Ich beschloss, da ich nun schon einmal raus war aus dem Haus, den Wochenend/Ostereinkauf zu erledigen. Abstand halten, war die Devise und brachte mich eine sehr ungepflegter älterer Herr, der genau vor mir den Bodenaufkleber mit dem „Halten Sie 1,5m Hygieneabstand“ passierte, zum Schmunzeln, verlor ich beim Obstabwiegen die Fassung.

Ich halte Abstand, nicht nur meinetwegen. Gerade empfinde ich die räumliche Distanz zu Unbekannten als sehr erholsam. Und ich bin fest davon überzeugt, dass zumindest diese „Angewohnheit“ruhig bleiben darf. Ich wartete also brav, bis beide, direkt nebeneinander liegende Waagen frei waren, tippte rasch die Rispentomaten, Niederlande – Nummer 331 ein, da stand sie neben mir. Sie gab sich keine Mühe, woanders hinzuatmen, rempelte mich leicht an und fuchtelte mit ihrem Sellerie vor meiner Nase herum.

Ein gutes Stück älter als ich, sollte sie sich mehr Sorgen machen, doch das schien sie nicht zu stören. Sie ging auf Tuchfühlung, eine unbekehrbare Dränglerin, der ich schon vor Corona gerne eine geknallt hätte.

Alice