Bemerkenswert
Veröffentlicht in AnthoAlice

AnthoAlice – Freudensprünge – 15.6.19 – 15.7.19

Ihr Lieben,

die nächste Runde meiner Blogparade steigt. Was bringt euer Herz zum Jubeln, wann kitzelt es im Bauch, dass ihr Freudensprünge machen wollt? Ob die Liebe, ein Erfolg, ein Glücksgriff, ein Erlebnis mit Menschen oder Tieren, ich bin gespannt auf eure Geschichten (bis ca. 400 Wörter), Bilder, Zeichnungen oder was euch sonst dazu einfällt.

Ihr habt einen Monat Zeit, verlinkt eure Beiträge mit diesem hier und bitte, falls der Ping streikt, kopiert den Link zu eurem Beitrag hier in die Kommentare. Ich freue mich riesig auf freudige Hopser und glückliche Geschichten.

Das Finale der letzten Runde findet ihr hier.

Alice

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Veröffentlicht in 365 Tage, Mal über mich, Schreiben

Tag 170/365 – Nullen und andere Feiern

Schon wieder zehn Tage rum seit der letzten runden Zahl, einer fehlt noch bei den Followern, der 50. ist schon über ein Jahr her, das nächste Jahr hat sogar zwei Nullen.

Runde Geburtstage, silberne oder sonstwie farbige Hochzeiten, Jubiläen. Wir zählen die Tage und suchen die Bedeutung in Zahlenspielen, küren Momente zu etwas Besonderem, feiern es durchzuhalten, Meilensteine zu erreichen.

Zeit ist das, was man an der Uhr abliest, sagte einst Einstein. Der musste es wissen, feierte bestimmt dennoch seinen Geburtstag, schloss sein zehntes Buch bestimmt mit einem besonderen Gefühl ab, schenkte seiner Frau zum Hochzeitstag eine Rose – oder ein Mathebuch, wer weiß das schon genau.

Heute ist nichts Besonderes, weder ein Geburtstag noch ein sonstiges Jubiläum, zumindest in meiner Familie. Ein ganz normaler Mittwoch. Aber wahrscheinlich kann ich mich nur nicht erinnern?

Möglicherweise bekam ich heute vor 36 Jahren meinen ersten Kuss, schrieb vor 45 Jahren meine erste eins in einem Diktat, lernte vor 48 Jahren Radfahren? Vielleicht sagte mir heute vor zehn Jahren jemand etwas besonders Liebes oder tat etwas besonders Böses? Vielleicht machte ich auf den Tag vor zwanzig Jahren eine große Dummheit, oder vor fünf etwas besonders Kluges?

Was war heute vor einem Jahr, vor zwei, vor sieben? Ein Grund zu feiern, versteckt zwischen vergessenen Momenten, ein kleines privates Jubiläum, ein Grund, eine Kerze zu entzünden oder einen Sekt zu öffnen?

Welche Inkonsequenz, uns an manches festlich zu erinnern und anderes zu übergehen. Wir müssten jeden Tag feiern oder eben keinen.

Eine Ehe ist vor und nach dem Jahrestag dieselbe, ich verändere mich nicht am Tag meiner Geburt, bin nichts Besonderes durch jahrzehntelange Firmenzugehörigkeit.

Wie so oft, stehe ich gerade mit meinen Gedanken zwischen dem Wunsch, mich zu erinnern und dem Drang, nach vorne zu blicken. Diese Feiern, diese Jahrestage finde ich unnötig und doch wieder nicht.

Momente festhalten, gute Gefühle und Gedanken wiederholen, uns für Erreichtes auf die Schultern klopfen, mit Freunden zu feiern oder uns vielleicht in Dankbarkeit zu erinnern, ein fester Tag hilft, es nicht zu übergehen, im Alltag der Vergessenheit zu überlassen.

Aber was bedeutet der Rosenstrauß am Hochzeitstag einer schrecklichen Ehe, was bedeutet ein Pflichtanruf zum Geburtstag bei einem Menschen, der schon lange nicht mehr unser Freund ist und den wir nur für zwei Minuten einmal im Jahr sprechen und dem wir sonst keinen Gedanken schenken?

Nullen und andere Feiern, ja oder nein, wichtig oder egal?

Heute ist der 170. Tag des Jahres und morgen dürfen fast alle ausschlafen. Ein guter Grund zu feiern, oder? Und vielleicht hat der eine oder andere von euch noch ein anderes Jubiläum in petto.

Alice

Veröffentlicht in Gedichte

Schubladen

Schubladen
wachsen in leeren Köpfen
gefüllt mit
unnützen Kategorien
entleert in
gnadenlose Bewertung.

Schubladen
helfen zu Benoten
gedüngt mit
vorgeschriebenen Kriterien
fixiert auf
rauem Papier.

Schubladen
sollten offen bleiben
verstanden mit
wachem Herzen
sortiert mit
Toleranz und Empathie.

Alice

Veröffentlicht in Mal über mich

Dankbar sein

Für die Kirschen, die die Stare übrig ließen

Ich las gerade bei freudenwege darüber und halte es für eine schöne Idee in dieser manchmal grauen Welt ein wenig dankbar zu sein für die kleinen und großen Freuden des Alltags.

Ich bin dankbar

  • immer und jeden Tag für meine wundervollen, intelligenten, gesunden Kinder und ich wäre auch dankbar für sie, wenn sie nicht so unglaublich toll wären
  • heute für meine beiden Fellnasenclowns Fenris und Logan, die genau spüren, wenn ich nicht fit bin und mich zum Lächeln bringen
  • für die abklingende Erkältung (die Betonung liegt auf abklingend, ein paar Tage fühlte ich mich als würde ich bald den Löffel abgeben)
  • für den Schallplattenblues im Hintergrund von Kiefer Sutherland, der mich wirklich überraschte
  • für Menschen, die mir hier so liebes Feedback geben. Manchmal bin ich ganz gerührt und weiß gar nicht, wie ich mir so viel ermutigende Worte verdient habe
  • für Vertrauen in mich und das Gefühl, eine Stütze gewesen zu sein in einer für mich gruseligen Situation
  • für entgegengebrachte Zuneigung, für Geduld mit Launen, für ein „Ich mag dich wie du bist“, egal wie ich drauf bin
  • für eine Tanzeinlage mit meinem Sohn in der Küche
  • für den besten Ehearsch Göttergatten der Welt
  • für das Gefühl, etwas tun zu können, auch wenn es eigentlich nichts war
  • für das tiefe Gefühl, dass sich in mir breit macht, jetzt, wo ich diese Zeilen tippe
  • für meine Möglichkeit, zu entscheiden, dass das jetzt reicht und ich nächsten Dienstag gerne wieder dabei bin

alice

Veröffentlicht in Fotografie

Gutenachtgedanken – Analog gefiltert

Ein neues Spielzeug, auch wenn es eigentlich meiner Idee vom Fotografieren total widerspricht. Gerade bei den eingescannten analogen Bildern korrigiere ich nur wenig. Jetzt hat mir ein Bekannter ein Filtertool empfohlen und auf einmal kann ich meine Bilder auf uralt trimmen. Das mag für die korrekte Darstellung wenig hilfreich sein, für Geschichten finde ich es prima.

Wenn aus einem normale Gebäude ein Horrorhaus wird, die Bildaussage meinen Bedürfnissen angepasst werden kann, finde ich es in Ordnung.

Seht mir also die Inkonsequenz meines Handelns nach, momentan habe ich einfach Spaß an dem neuen Spielzeug.

Inkonsequent zu sein, hat auch was Gutes. Wenn ich behaupte, dass ich etwas niemals machen würde, was würde ich alles verpassen.

Alice

Veröffentlicht in Kurzgeschichten

Wörter schenken

Ich schenke dir ein Wort. Nichts Abgedroschenes, Nettes. nein, ein ganz besonderes, nur für dich ganz persönlich.

Es ist in keinem Duden zu finden, die Rechtschreibung wird immer unklar bleiben, aber du wirst es verstehen, wenn du es hörst und du wirst es immer richtig schreiben, deine Richtigkeit, nicht die von allen.

Du kannst es aufschreiben und an die Wand hängen, vielleicht einen hübschen Rahmen drum machen. Dann kann jeder es lesen, der dich besuchen kommt und du kannst sagen, schaut alle her, das ist mein ganz persönliches Wort.

Und sie werden staunen und verschämt lächeln, weil sie kein eigenes Wort haben, vielleicht eine spitze Bemerkung machen, dass man sich das nicht so einfach ausdenken kann, es gäbe doch Regeln.

Und du wirst durch die Argumente ihren Neid riechen, ganz erwachsen nicht darauf eingehen und sie ein wenig bemitleiden.

Du kannst das Wort zu deinem Passwort für Alles machen. Es kennt ja niemand – es sei denn, du hängst es an die Wand – niemand wird es je knacken können. Die Maschinen werden heiß laufen bei dem Versuch, doch du bist sicher.

Du kannst es als Kosewort verwenden für den, den du liebst. Schatzi und Liebes sind so abgedroschen, verschenke dein Wort doch einfach weiter.

Du kannst es auch wachsen lassen, verlängern, erweitern, wenn du größer geworden bist und es nicht mehr so ganz passt. Den Saum aus den Wortkanten lassen, bis es dich wieder umschmiegt und perfekt sitzt.

Komm, ich schenke dir ein Wort.

Alice

Veröffentlicht in Mal über mich, Schreiben

Schwarze Scheiben

Plattenspieler

Ich bin retro, wisst ihr bestimmt inzwischen alle. Ich mag mein altes Röhrenradio, ich liebe dicke schwere Möbel, unser altes wasserschadengeplagtes Haus, Briefe schreiben, analog fotografieren (gab es den Ausdruck analog fotografieren eigentlich schon vor Digitalkameras?) und ich liebe Vinyl.

Wobei eine LP früher eine LP war und niemand nach dem Material fragte, weil das sowieso klar war. Und es gab noch Singles, von denen ich früher viel mehr hatte, weil die vom Taschengeld erschwinglicher waren und ich mir häufig nicht sicher war, ob mir der Rest auch gefallen würde.

Weder mein Mann noch ich hatten viel Vinyl, als wir uns kennenlernten. Ich hatte den großen Luxus eines Bruders mit Schallplattensammlung (an die ich eigentlich nicht durfte) und eines Vaters mit Schallplattensammlung (an die ich unter Vorbehalt durfte, aber nicht unbedingt wollte). Da weder mein Vater noch mein Bruder Dschingis Khan hörten, waren das meine einzigen Selbstgekauften, die dann auch immer brav mit umgezogen sind.

Mittlerweile steht im Wohnzimmer ein recht alter und hier oben ein neuer, kleiner, klappriger Plattenspieler. Er tut, was er soll und das reicht mir. Ein wenig Flashdance beim Schreiben oder andere, die ich beim Trödler auftat.

Ich mag den Sound und die Notwendigkeit, eben mal nicht zu skippen (Gebt mir niemals eine Fernbedienung in die Hand, kann ich es, bin ich kaum zu bremsen!), eine LP als Gesamtkunstwerk durchzuhören.

Wer noch sowas irgendwo im Keller hat, probiert es aus. Wer seine Plattensammlung loswerden möchte? Ihr habt ja meine Adresse 🙂

Alice

Veröffentlicht in 365 Tage, Mal über mich, Schreiben

Tag 169/365 – Der erste Schritt

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Damit ist es aber nicht getan, ohne den zweiten oder dritten, würde man etwa einen halben Meter hinter dem Start hängen bleiben. Das ist mir schon oft passiert. Eine gute Idee, ein interessantes Projekt, ein schönes Hobby. Man fängt an und stellt nach dem ersten Einstieg fest, dass es gar nicht so einfach ist, dass man sich zu jedem Schritt zwar nicht immer überwinden, sich aber dazu entscheiden muss.

Ich zocke sehr selten am PC, auch wenn ich ein paar Spiele habe, die ich sehr schön finde. Meistens fange ich an und wenn dann im zweiten oder dritten Level eine Schwierigkeit kommt, mache ich den Rechner aus und verschiebe die Lösung des vermeintlichen Problems auf später. Dem Rest meiner Familie fällt das leicht, sie knobeln stundenlang an virtuellen Herausforderungen.

Gerade probiere ich, noch etwas unsicher, ein paar erste Schritte aus. Ob ein zweiter oder dritter folgen wird, werde ich sehen. Ob das Durchhaltevermögen reicht, um mich durch die Anfangszeit zu kämpfen, wer weiß. Momentan gefällt mir die Idee, die dahintersteht.

Der erste Schritt ist wichtig, ganz ohne Frage. Aber ohne die folgenden würde er keinen Sinn ergeben.

Alice

Veröffentlicht in Mal über mich

Gutenachtgedanken – Ein Lied

Selten beginne ich hier mit einem Lied, manchmal muss es einfach sein. Verloren zwischen Liedern an einem Abend wie diesem, wo ich von Youtubesong zu Youtubesong hüpfte, kam es zu mir. Viel früher hätte ich es hören müssen, doch manchmal kommt ein Lied erst zu einem, wenn man es braucht.

Da war dann ein Erkennen, dass ich nicht alleine bin mit meiner Einsamkeit, die mich manchmal überfällt, dass es in Ordnung ist, anders zu sein, tiefer zu denken, weiter zu fühlen, schwerer zu leiden als andere. Dass es anders war und anders sein wird und so, wie es ist, alles zu mir gehört und somit gut ist.

Dass Veränderungen im Außen auch mich weiter bringen, reifen lassen, meinen Blickwinkel erweitern, mich größer werden lassen, wenn ich mich traue, wenn ich vertraue in meine Kraft.

Dass es meine Entscheidung ist, aufzustehen, einen Fuß vor den anderen zu setzen und dieses Leben für mich sinnvoll zu gestalten und noch viel mehr, meine Verantwortung. Mein Leben ist gut, manchmal sehe ich es nur nicht zwischen den ganzen kleinen und großen Katastrophen, die häufig an den falschen und unpassendsten Stellen auf mich einprasseln.

Die meisten sind banal, schmeißen mich nur aus der Bahn, schubsen mich von meinem Weg, den ich bis dato so klar vor mir sah. Nur – er ist noch da, ein wenig überflutet, ein bisschen Nebel hängt in den tränennassen Zweigen, Geröll versperrt den einfachen Gang. Aufstehen, wegräumen, Tränen trocknen und den Dunst wegpusten, schon kann es weiter gehen.

Mein Leben ist gut und mein Weg ist es auch. Es ist meins.

Alice

Veröffentlicht in Mal über mich, Psychokram

Alles gut?

So fragt man hier, oder überall inzwischen? Ich musste mich erst daran gewöhnen, als ich hier her zog. Manchmal ist es dann ja auch gut und man kann frohen Herzens mit Ja antworten. An anderen Tagen ist nichts gut, da donnern Sorgen und Aufgaben auf einen ein, die man sich nicht ausgesucht hat. Dann nimmt es kein Ende, das Gesetz der Serie.

Man zählt bis drei und als ob der Herr Murphy keine Ahnung von seinem eigenen Gesetz hat, kommt immer noch was dazu. Aber eigentlich hat er auch nie behauptet, dass es immer nur drei Dinge sein sollen. Es können durchaus mehr sein, fünf oder zwanzig. Solange es schief gehen kann und Menschen ihre Finger da drin haben, wird es, kann es passieren.

Meine Erfahrung sagt mir, dass es wieder besser werden wird. Dass Fortuna ein Einsehen hat, Murphy wieder wegsperrt und ich auf diese (bescheuerte) Frage auch wieder nicken darf. Solange werde ich versuchen, nicht durchzudrehen, die Farbstifte zum Teufelandiewandmalen in der Schublade lassen, nur heimlich ein wenig heulen, weil das ja gut sein soll und hoffen, dass drei Katastrophen reichen.

Alice