Veröffentlicht in Fotografie, Mal über mich

Bunte Organisationsbeobachtungen

Die Sonne schien und ich hatte frei, eine Kombination, die schon seit Wochen nicht mehr zutraf, entweder galt das eine oder das andere. Die Kameras schrien schon verzweifelt in ihren Boxen, sehnten sich nach Aufmerksamkeit.

Nur analoge durften mich begleiten und auch nur die mit dem Farbfilm. Der Entwickler erfordert ein Sammeln, Bunt ist eben nicht schwarzweiß, das Leben ist kompliziert.

Der Wald umfing uns mit feierlicher Stille, die Sonne brach durch laublose Bäume und belichtete Lichtungen, ich belichtete die Filme und genoss die absolute Stille. Die gesuchte Hexenbuche versteckte sich zuverlässig hinter nicht gelaufenen Ecken und wir kehrten unverrichtet wieder um.

Am Auto erwartete uns ein Schauspiel, das – mal wieder – die Hoffnung in die Menschheit zunichte machte. Ein Wagen trudelte über die Straße, aus dem Pott, so wie viele der Wochenendbesucher, fuhr ohne zu blinken und nahezu unfallverursachend rechts ran, besann sich, zog wieder auf die Straße und wählte den nächsten Parkplatz.

Zwei Männer und ein Hund entstiegen ihm, seltsame Gestalten, die ich optisch wenig mit den üblichen Besuchern in Einklang bringen konnte. Sie wirkten wie Zwillinge, untersetzt, schäbig gekleidet, was natürlich auch dem Waldspaziergang geschuldet sein kann.

Kaum hatten sie den Parkplatz verlassen, ließen sie das Tier von der Leine und die Fellnase gab Gas. Kurz anzumerken ist dazu, dass es ein Naturschutzgebiet ist.

Wir sahen Wildschweinspuren auf unserem Weg und falls der Wagen morgen immer noch dort steht, hat der Hund die Schweine und die Schweine die Menschen gefunden.

Wir fuhren weiter, entdeckten eine Kuriosität unter den Fußgängerbrücken. Was den Architekten dazu bewogen hatte, Betonbalkönchen und Betonschirmchen auf dieser Kanalüberquerungshilfe anzubringen, erschließt sich nicht, doch die graurote Monstrosität schien die letzten 40 Jahre einen festen Platz im Stadtbild erhalten zu haben.

Warum es nun aber keine Bilder gibt, sondern nur Nina Hagen, ist schnell erklärt und für mich als Chaosqueen eine echte Herausforderung. Die Entwicklerchemie vergammelt schnell. Nur wenige Wochen hält sie, bevor sie umkippt und unbrauchbar wird. Deshalb muss ich so viele belichtete Farbfilme sammeln, bis es sich lohnt, sie zu entwickeln. Sechs Filme sind zwischen 144 und 216 Aufnahmen – und das dauert. Damit ich später noch den Film der Kamera und den Aufnahmen zuordnen kann, muss ich beginnen, eine Art Tagebuch zu führen mit Kamera, Filmmaterial und den Terminen der Aufnahmen. Ordnung ins Chaos, quasi und das ist für mich nicht so leicht.

Das Übelste aber ist die Ungeduld. Wenn ich in diesem Tempo weiter knipse, kann ich im März oder April erst die Bilder entwickeln. Das ist – ehrlich gesagt – das größte Problem.

Alice

Veröffentlicht in Begegnungen, City, Fotografie, Natur

365 Begegnungen – Tag 105 – Regenerative Dopplungen

Ich bin ein großer Freund regenerativer Energiequellen. Seit meinem Studium, wo ich im Hauptstudium in Richtung Energietechnik schwenkte, faszinieren mich die Möglichkeiten ohne Umweltdreck (naja nicht ganz) Energie zu gewinnen. Leider scheinen immer noch zu viele zu glauben, dass Strom eben aus der Steckdose kommt.

Fotografieren mag ich sie auch sehr gerne. Da die Canon EOS 3000 noch getestet werden musste, nahm ich sie heute zur Hunderunde mit und experimentierte mit der Doppelbelichtungsfunktion.

Anklicksen macht die Bilder groß.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur

gutenachtgedanken – Wundertüte

Wenn ein Film bei mir etwas länger in der Kamera ist, wird er zum Überraschungspaket. Und da die Kamera nicht meine liebste ist, nehme ich sie auch nicht immer mit, was den Prozess noch etwas verzögert.

Die Entwicklung ist dann sehr spannend, an die meisten Bilder kann ich mich dann gar nicht mehr erinnern.

Hier also ein Kessel Buntes mit Berlin, unseren schönen Lippewiesen und Eindrücken vom heutigen Einkauf.

Kommt gut durch die Nacht

Alice

Veröffentlicht in 365 Tage, Fotografie, Natur

Tag 361/365 – Nachwehen und Dopplungen

Am zweiten Feiertag wird gewichtelt mit der Familie. Nicht meine Tradition, doch trotzdem lustig. Es ist laut und feuchtfröhlich und wenn ganz am Ende der harte Kern übrig bleibt, ist der Absturz gesichert.

Die Waghalsigkeit brachte mir einen (wahrscheinlich) angebrochenen kleinen Finger ein, die Vernunft (irgendwann kein Wein mehr) führte zu einem mäßigen Katerchen. Das Haus schläft, das Wohnzimmer sieht aus wie ein Handgranatenwurfstand, der erste Kaffee tut seine Wirkung.

Trotz des Durcheinanders und des zweiten Feiertages, habe ich eine weitere Kamera aus meiner Weihnachtskiste getestet. Recht modern, kommt die Eos500 mit ein paar netten Gimmicks um die Ecke, unter anderem Doppelbelichtungen.

Im Garten wurde also fleißig verdoppelt, bevor das Licht wegblieb und auch, wenn die Bilder (weil eben nur Garten) recht unspektakulär sind, sie tut es und das sogar sehr gut.

Alice

Veröffentlicht in Begegnungen, Fotografie, Natur

365 Begegnungen – Tag 98 – Die jungen Alten

Die ersten Tage mit alten, neuen Kameras stehen bei mir immer im Zeichen des Probierens. Heute, bei diesem ausnehmend schönen Wetter durfte die Endachtziger und die Frühneunziger mit, unter meinem analogen Equipment das Jungvolk.

Ich vertraute stumpf auf die Belichtungsempfehlungen, wollte einen Basiswert. Die Motive waren unser Hexenwald, der Linnert und eine Ansammlung von Windkraftanlagen, die ich schon immer mal ablichten wollte.

Im Gegensatz zu meinen Fotoomis, war das Fotografieren mit den Jugendlichen (naja, fast 30, ne?) fast so entspannt wie mit einer digitalen Kamera. Sie schlugen sich wacker und auch, wenn das Ergebnis unspektakuär ist (im Wald eben Bäume und sonst eine Menge Landschaft), mag ich die Bilder.

Ein wenig aufgehübscht habe ich sie, so wie immer eben 🙂

Anklicksen macht die Bilder groß.

Alice

Veröffentlicht in Fotografie, Natur, Philosophisches

Upside-down

Das Bild kennt ihr schon, ich hatte es gestern im Rahmen der neuen analogen Bilder veröffentlicht.

Bei einem Negativ, wenn ich es auf den Scanner lege, muss ich manchmal genau hinschauen, wo oben und wo unten ist. Dieses war verkehrtherum und ich merkte es zunächst nicht. Erst als mein Mann einwand, dass er es seltsam fände, dass die Sonne unten links schien, fiel es mir auf.

Ich ließ es dennoch so, da ich es nach allen Drehvarianten auf dem Kopf stehend am liebsten mochte.

Was lernt mich das? (das wollte ich schon immer mal sagen)

  1. Die Welt ist manchmal schöner, wenn ich sie auf dem Kopf stehend betrachte
  2. Der vermeinlich „richtige“ Blickwinkel, ist nicht zwingend der Beste
  3. Es gibt weder richtig noch falsch beim Betrachten einer Situation, jede Sicht hat ihre Vor- und Nachteile
  4. Der Himmel kann auch manchmal auf Erden sein
  5. Manche Bäume wachsen bis in den Himmel
  6. Das Abbild kann wirklicher erscheinen, als die Realität
  7. Leichte Verzerrungen einer Situation werden gerne mal ausgeblendet, wenn man ein Gesamtbild im Kopf hat

So viel Lebensphilosophie in so einem kleinen Bildchen…. ich bin beeindruckt.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur, Selfmade

Ohne Netz

Vor einigen Tagen war meine neue Prinzessin am Start, die Contessa, eine Kleinbildsucherkamera aus dem Hause Zeiss. Gute 60 Jahre hat sie auf dem Buckel, die Selenzelle ist schon lange Schnee von gestern.

Ich fotografierte intuitiv, wenn die Sonne lacht, nimm Blende 8, das Ergebnis war leicht überbelichtet, aber der Negativscanner hat es gerichtet.

Ich beobachte an mir, dass mich dieses fotografieren ohne Netz und doppelten Boden immer noch verunsichert. Ich kann nicht wirklich abschätzen, was ich da tue, das Ergebnis ist unter Umständen erst nach Wochen sichtbar.

Die digitale Fotografie mag bequem sein und ich nutze sie auch gerne, aber dieses Rundumsorglospaket kauft mir tatsächlich ein wenig den Schneid ab. ich brauche mich nicht auf mein Gefühl zu verlassen, brauche nicht die Lichtsituation mit meinen Augen abzuschätzen, ich brauche nicht scharf zu stellen.

Natürlich gelingen dann mehr Fotos… oder? Wenn ich es genau überlege, ist der Prozentsatz Ausschuss bei meinen analogen Experimenten wesentlich geringer.

Aber nun zu den Bildern. Die Contessa hat gute Arbeit geleistet, sie wird mich jetzt sicherlich häufiger begleiten dürfen.

Veröffentlicht in Begegnungen, City, Fotografie

365 Begegnungen – Tag 92 – Die Voigtländer

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine analoge Sucherkamera in Händen hielt (die auch wirklich funktionierte) und damit knipste. Es müssten die 90er gewesen sein und die Kamera sah aus wie ein Stück Seife und fraß Batterien.

Ich habe mir heute eine der neuen Kameras vorgenommen. Die Voigtländer durfte mit und mich beim Frischluftschnappen begleiten.

Die Negative kamen direkt ins Bad, großartig nachbearbeitet habe ich dieses Mal nicht.

Ich bin mit der Qualität der Kleinen mehr als zufrieden. Mit der Belichtung habe ich noch ein wenig Stress, aber der eingebaute Belichtungsmesser tut es nicht mehr, so dass ich schätzen musste oder die App befragen. Übungssache, denke ich.

Es folgt…. Trommelwirbel… diese komische Stadt im Vorweihnachtswahn auf Kleinbildfilm.

Alice