Veröffentlicht in Kurzgeschichten

ABC- Etüde – Im Hühnerstall

Zu den Etüden bei Christiane. Die Wortspende kommt vom Café Weltenall.

Karl heißt der Hahn und er ist der Älteste auf dem Hof. Die Hennen kommen und gehen, piepsen zuerst als flaumige Küken über den Hof, werden dann, dank seines Einsatzes zu Eierlieferantinnen und landen am Ende in der Suppe. Nur er bleibt.

Längst zu zäh für einen Braten, herrscht er griesgrämig über sein kleines Reich und behält seine Angetrauten streng im Blick. Während er im Misthaufen nach Regenwürmern stöbert, denkt er. Und da so ein Hühnerhirn die Größe einer Erbse hat, sollte man hier nicht zu viel erwarten.

„Aus einem Ei wird ein Huhn, legt ein Ei, wird ein Huhn, legt ein Ei.

Andersherum:

Ein Ei kommt aus dem Huhn, war ein Ei, kommt aus dem Huhn, war ein Ei.“

Die Suche nach der Quelle erschöpft ihn und er beendet den anstrengenden Denkprozess. Ein dicker Wurm ringelt vorbei. Er pickt ihn rasch auf, flattert angeberisch mit den Flügeln und kräht.

Die Hennen rennen durcheinander, ein Apfel fällt vom Baum.

Der Bauer lacht und holt die Axt.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

18 Kommentare zu „ABC- Etüde – Im Hühnerstall

      1. Ich würde mich an deiner Stelle mit 150/Geschichte selbst anbieten und diese zB als Probearbeit senden. Und vielleicht die eine oder andere (Fortsetzungs?)Krimi-Story dazutun wie ZB die vom Katamaran – manche Chefredakteure sind offen und deine Geschichten sind politisch unverdächtig – ich schätze deine Chancenals gar nichtmal soo schlecht ein…

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      2. Man muß als Buchautor auch ganz oben anfangen, zB bei Suhrkamp – erwischt man den richtigen Tag, klappt’s gleich beim ersten Mal … je nach Ehrgeiz oder Sendungsbewußtsein landet man schlußendlich eventuell bei Frauen/Männerzeitschriften oder so etwas Genialem wie Etüden 😉 … *kicher*
        Aber hauseigene Autorin zu werden, ist -theoretisch- doch überall möglich – wenn nicht über Kontakte, dann vielleicht durch Hartnäckigkeit ? Letzteres zu sein, könnte ich mir bei dir gut vorstellen 😉 …

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      3. Ich danke dir für eine vergnügliche Tour durch Wikipedia (da ich mit dem Begriff Sendungsbewusstsein erstmal nichts anfangen konnte). Ich diagnostizierte mich als Person mit dem Hochstapler-Syndom und die elenden Corona-Leugner mit Dunning-Kruger. Und der Matthäus-Effekt ist in etwa das, was ich brauche. Meine Güte, das ist alles so interessant, ich hätte doch Psychologie studieren sollen.
        Genau am Thema Hartnäckigkeit hapert es übrigens leider bei mir. (siehe Hochstapler-Effekt) 🙂
        Liebe Grüße

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