Veröffentlicht in Gedichte, Schreiben

Falls

Falls ich mich traue

und die Gewichte

die mich halten

einfach löse

das Schwere

nur noch

eine dunkle Erinnerung

ist

kann

ich mich

emportragen lassen

von den

bunten Luftballons.

Alice

Werbeanzeigen
Veröffentlicht in Gedichte

Schubladen

Schubladen
wachsen in leeren Köpfen
gefüllt mit
unnützen Kategorien
entleert in
gnadenlose Bewertung.

Schubladen
helfen zu Benoten
gedüngt mit
vorgeschriebenen Kriterien
fixiert auf
rauem Papier.

Schubladen
sollten offen bleiben
verstanden mit
wachem Herzen
sortiert mit
Toleranz und Empathie.

Alice

Veröffentlicht in Gedichte, Schreiben

Worte

Gesagtes
Versprochenes
Geschworenes
überhört
vergessen
gebrochen

Worte

Gelesenes
Verkündetes
Geschriebenes
verdrängt
ignoriert
verlegt

Worte

Ohne
Getanes
Gespürtes
Erlebtes

bleiben sie leer.

Alice

Veröffentlicht in Gedichte, Schreiben

Beugt sie

Beugt
ihre Köpfe
bis ihre Nasen
den Boden berühren.
Lasst sie
ihre Augen senken
ihre Lippen schließen
ihren Verstand vergessen.

Beugt
ihre Hälse
bis sie krumm
und verdreht sind.
Lasst sie
ihre Beine knien
ihre Ohren stopfen
ihre Hände ringen.

Beugt
ihren Geist
bis er Böse
für Gut hält.
Lasst sie
ihre Ohnmacht spüren
ihre Kräfte verlassen
innerlich vergehen.

Hebt
Eure Köpfe
Eure Hälse
Euren Geist.
Lasst niemanden
Euch verdrehen
Euch vergessen
Euch verlassen.

Alice

Veröffentlicht in Gedichte

Masken

Wenn Larve
um Larve fällt
man sich pellt
wie eine Zwiebel
eine Schicht
nach der anderen
entfernt.

Wenn Haut
um Haut geschält
abgezogen
zu Boden sinkt
rohes Fleisch
von Knochen
gesägt.

Wenn Schicht
um Schicht gebrannt
mit heißer Glut
als Asche
herunter rieselt
gefegt
entsorgt.

Wenn Vorhang
um Vorhang fällt
die Bühne leer
bleibt
dann klingt
Applaus hohl
in hohen Räumen.

Alice

Veröffentlicht in Gedichte, Schreiben

Topie

Ob U , Dys oder Eu
ich zerlege dich
in er – sie – es
gut oder böse
divers?

Der Blick nach vorne
getrübt oder klar
voller Hoffnung
Angst
oder neutral?

Visionen
alter Männer
längst überboten
man schmunzelt
verhalten.

Besserwissen
lernen
hätte geholfen
vielleicht
die, welche es angeht
hören nicht zu.

Ob der Affe
oder die Matrix
uns regiert
am Ende
ist der Unterschied
Topie.

Alice

Veröffentlicht in AnthoAlice, Gedichte, Schreiben

AnthoAlice – Klare Farben

Feuerlicht auf Gesichtern
zaubert dunkle Schatten,
teilt  Antlitze
in schwarzbunte Larven.

Sterne stehen über Köpfen,
überziehen den Himmel
leuchten neben Augen
greifbar nah.

Stimmengewirr
verwandelt in Musik
Rhythmus
pocht in meinem Kopf
kein Wort zu verstehen.

Ein Lachen
erschreckt mich
die eigene Stimme
klingt fremd
so froh.

Alice

Zu meiner Blogparade bei AnthoAlice – The Beginning. Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Schreibt einen Text, Genre egal (Umfang bis so um die 400 Wörter), postet Fotos, Audiodateien… oder, oder…

Es sollte Bezug zum Thema „BEOBACHTUNGEN“ haben. Verlinkt Euren Beitrag hier und schreibt bitte zusätzlich einen Link zu eurem Beitrag in die Kommentare. Zusammengefasst wird immer am Wochenende, das Thema „Beobachtungen“ geht vom 15.3.19 bis 15.4.19. Ich würde mich freuen 🙂

Veröffentlicht in Gedichte, Schreiben

Gutenachtgedanken – Dunkelkammer

Als Kind
fürchtete ich mich,
wenn das Licht ausging.
Heute fühle ich mich sicher
wenn ich nicht sehe.

Meine Sinne
sonst aufs Sehen ausgerichtet
konzentrieren sich
werden schmaler
und stärker
und meine Finger
zu Pinzetten in der Dunkelheit.

In meinem Kopf
entsteht ein Lageplan der Dinge
um mich herum
und ich beginne
mich zu sortieren
unabgelenkt.

Der Atem
zuerst ein wenig hektisch
wird ruhiger
und ich spüre
die Konzentration
sich selbst fokussieren.

Ich könnte
wenn es nicht anders ginge
klarkommen
Sinne ersetzen
Freiheit gewinnen
ohne Angst.

Ich würde aber
die Bilder nicht sehen
die ich entwickle
und das
würde mir
fehlen.

Alice

Veröffentlicht in Gedichte, Kurzgeschichten, Schreiben

Gib mir…

deine Aufmerksamkeit, nur für einen kleinen Augenblick. Schau einmal her, was ich für dich habe. Du hast eine Idee? Erzähle sie mir, ich mache tausende daraus, einen Sternenhimmel nur für dich.

Wie? Du weißt nicht, was du davon halten sollst? Woher ich das hole? Was du damit sollst? In mir ist das gleiche wie in dir. Schaue tief hinein, höre zu und dann spüre. Merkst du, wie es anfängt zu schwingen, wie Bilder aufsteigen, ungeordnet, chaotisch in deinem Kopf hin und her tanzen?

Pflücke sie wie reife Äpfel von einem Baum und lege sie in deine Körbe. Sie sind haltbar, reifen noch nach. Die angestoßenen, wurmstichigen musst du sofort verbrauchen – oder weg werfen. Es ist egal. Sind genug da. Andere brauchen noch Zeit, schau ab und an nach ihnen, gib ihnen Ruhe, halte sie kühl und trocken und lasse sie ihren Duft entfalten.

Riechst du es? Spürst du es, wenn sie so weit sind?

Nein, ich bin nicht verrückt, vielleicht ein bisschen anders, ein bisschen schwerer, ein bisschen leichter als du.

Nimm meine Hand, ich zeige dir meine Welt. Komm mit nach unten. Ich habe eine Laterne für dich angezündet. Komm mit nach oben, ich habe alle Sterne für dich herbeigerufen. Jeder erzählt eine Geschichte. Hör genau hin und lerne.

Es gibt Wichtigeres, sagst du? Leben, Regeln, Arbeit? Vielleicht hast du Recht, vielleicht aber auch nicht. Hier ist es egal. Hier lausche ich auf die Worte, die wie süßer Honig aus deinem Mund tropfen. Sie erzählen mir eine Geschichte. Kennst du sie schon? Soll ich sie dir erzählen? Deine Geschichte?

Gib mir deine Aufmerksamkeit, nur für einen Moment…

Alice