Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur

Langeweilevertreibungstechnik

Ein alter Film in der Kamera, eine kleine Automatik am Start, um die Funktion zu testen, eine Menge Zeit und ein Lensball.

Viel Spaß damit, es sind ein paar ganz nette dabei und die kleine Olympus, die weiterwandern wird, kann ich mit gutem Gewissen abgeben.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur

Die Möwe fliegt

Ein kleines Weilchen hat es gedauert, jetzt war der Film voll. Die Motive sind unspektakulär, für die nächsten Bilder müssen die hauseigenen Models herhalten, rausgehen wird ein bisschen schwieriger in nächster Zeit.

Aber sie kann was, die kleene große und sie besticht mit sauberer Aufnahme und hinreichender Schärfentiefe. Oder heißt es Tiefenschärfe? Und gibt es da einen Unterschied?

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie

Mannis Fotobude macht ein Projekt

Architektur und Fotografie. Mit diesem Aufruf hat Manni mit seiner Fotobude genau meinen Nerv getroffen. Einen Tag habe ich darüber nachgedacht, wie ich das am Liebsten umsetzen würde, schließlich ist meine Festplatte voller Fotografien. Nehme ich nur ein Bild oder ausgewählte einer Stadt? Erzähle ich was dazu oder lasse ich die Bilder einfach für sich sprechen.

Bilder erzählen für sich eine Geschichte. Doch ich bin ein neugieriger Mensch und mag auch gerne was über die Entstehung hören.

Die Bilder, die ich gerne zeigen möchte, sind alt. Ich war süße 17 Jahre jung, als mein Freund mit mir nach Sri Lanka flog. Die Spiegelreflex im Gepäck, kein Plan von Bildaufbau und Blickwinkeln. Bei den meisten war ich einfach froh, dass sie anständig belichtet waren.

Es gab nicht so viel Architektur zu bestaunen. Lediglich ein paar Tempel fanden den Weg auf den Film. Buddhistische, muslimische, hinduistische und auch christliche gibt es dort. Es wirkte friedlich nebeneinander, auch wenn ich sicher bin, dass es das nicht immer war.

Ich liebte das Land sofort, die Farben, die Düfte, die wundervollen Blüten und auch den kunterbunten Menschenmix. Leider war ich nie wieder dort, vielleicht sollte es auf meine Bucketlist.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie

Wieder daheim

Ich fühle mich aufgeweicht, die äußere Feuchtigkeit ist abgetrocknet, doch es trieft noch immer in mir. Wäre es keine Städtetour gewesen, hätte ich meinen Popo sicher nicht nach draußen begeben. Ein paar Katzengene scheinen sich bei mir durchzusetzen.

Fotografieren im Regen hat eine Menge Nachteile. Der erste ist ohne Frage das Licht. Da ich kein Luxusequipment habe und meine digitale ab ISO800 rauscht wie ein Laubwald im Orkan, gab es Grenzen. Nasse Linsen sind auch nicht lustig und überhaupt sollte eine Kamera nicht allzu feucht werden.

Also rannte ich mit der Kamera unter dem Mantel herum, hielt eine Hand immer versteckt und wirkte auf Manche sicherlich wie ein Attentäter.

Die meisten Fotos strahlen jetzt auch Düsternis aus, ist auch schön, nur wenn ich es mir hätte aussuchen dürfen, hätte ich die lieber am Rechner erzeugt.

Ein paar Bilder möchte ich dennoch zeigen, mit ein bisschen Nachbearbeitung sind sie nicht ganz so schlecht wie befürchtet.

Es ist ein düsteres Hamburg, das ich kennenlernen durfte. Ich komme gerne bei Sonnenschein wieder.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Mal über mich, Schreiben

Nur ein mulmiges Gefühl

Die Kapelle lag im hellen Sonnenschein, als ich das alte schmiedeeiserne Tor aufstieß und den überschaubaren Friedhof betrat. Eine Vorortbeerdigungsstätte, von den Einwohnern des ehemaligen Dorfes liebevoll in der Nähe eines Flusses platziert, eingequetscht zwischen alten Gehöften und einem überdimensionierten Pfarrhaus.

Die Kirche leuchtete gelb, das kupferne Dach grün, ein kühler Wind blies vom Wasser. Die Gräber, vereinzelt in dem kleinen Hof, überwiegend neuer, doch nicht so neu, dass welkende Kränze die Luft versüßt hätten.

Ruhig war es, auf dem Parkplatz waren nur wenige Autos gewesen, keiner von ihnen wollte hierhin. Ich knipste, vermied die Grabsteine dabei, konzentrierte mich auf das Licht und dieses in diesem Moment so strahlende Gotteshaus.

Ein paar Schritte weiter, auf der Suche nach einem neuen Blickwinkel, war es plötzlich da. Ein blödes Gefühl, so als wäre eben nicht ein sonniger Februartag sondern ein kalter Novemberabend, Totensonntag vielleicht und die Alten würden mit bleichen Gesichtern die besuchen, denen sie bald Gesellschaft leisten werden.

Ich zog Mann und Hund weiter, verließ den Hof durch ein weiteres kleines Tor, betrat den Weg, der sich blank am Rand des Flusses ausdehnte und atmete durch.

Einer ist über mein Grab gegangen. Das sagte die Oma immer, wenn sie erschauerte, ein kühler Hauch über ihren Nacken strich und sie sich ihrer Sterblichkeit und den Vorangegangenen schmerzlich bewusst wurde.

Ich schob den Hauch zur Seite, hielt die Sonne in die Nase und freute mich über zurückgekehrte Kraft. Ein, vielleicht eineinhalb Kilometer in die eine Richtung, dann wieder zurück mit dem gefüllten Hundehäufchentütchen und ein paar Fotos im Kasten.

Schon beim Betreten des Hofes war es wieder da. Ein guter Ort für alte Geister, keiner für mich. Ich ging schneller und atmete erst auf, als ich wieder am Auto war. Das Tor schloss ich sorgfältig. Was dort haust, soll bitte nicht entwischen.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie

Farben

Ich bleibe oft in der Nachbearbeitung hängen, der letzte Schliff entscheidet über Wohl und Wehe.

Hier ein Beispiel, wo ich mich mal wieder nicht entscheiden mag.

Ich bin da mal auf euer Votum gespannt.

Das ist übrigens das Original, nur gescannt, kein Firlefanz.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur

Was auf die Augen

Das zweite Spiel mit der Farbchemie verlief deutlich entspannter, man gewöhnt sich schnell daran und findet seinen Rhythmus. Das Ergebnis hat mich angenehm überrascht, das einzige, was nervt, ist die Fusselorgie auf den Negativen. Da bin ich den Laboren eindeutig unterlegen.

Die meisten Bilder sind schon vor einer Weile entstanden, die letzten Fotos schoss ich gestern bei einem „Binfastwiedergesund“-Spaziergang.

Habt Spaß beim Betrachten, anklicken (sollte) die Bilder groß machen.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie

Ein Bild

Ich wollte mich ruhig verhalten und schaffe es doch nicht so ganz.

Etwas genesen, habe ich mich ein bisschen in mein Chemielabor begeben. Die Filme wurden vor Wochen belichtet, warteten auf eine freie Stunde oder auch zwei.

Herausgekommen ist das hier. Und wenn es ein Foto gibt, das auch nur näherungsweise mein momentanes Gefühlsleben ausdrückt, dann ist es dieses.

Ich muss, gestehen, ich bin stolz drauf.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Mal über mich

Gesichert

Es ist eine neue Tradition, die unsere Brücken und Geländer zum Einsturz bringt. Wir ritzten Namen in Parkbänke, die verwegenen wagten sich an Bäume. Heute sind es Schlösser in allen Formen und Größen. Einige selbst graviert oder bemalt, andere gestylt mit Foto des Pärchens.

Sie sollen alle das Gleiche ausdrücken. Du bist mein für immer. Und ich dein, aber das versteht sich von selbst.

Sicherheit, derjenige, mit dem ich meinen Alltag verbringe, wird immer bei mir bleiben. Eingraviert in Stahl, eine Holzbank, in den Baum. Die Variante mit dem Edding auf dem Damenklo finde ich nicht so vielversprechend.

Funktionieren tut es nicht. Das sollte mal gesagt werden. Kein Versprechen kann verhindern, was manchmal eben passiert. Jedes Schloss kann geknackt werden, jede Holzbank verrottet und ab und an werden die Fliesen saubergewischt und auf den nächsten Ansturm der Liebesschwüre vorbereitet.

Ich bin angekommen. Mein Mann auch. Denken wir. Hoffen wir, trifft es eher. Doch so ist Leben und momentan ist richtig, wie Herbert bereits erwähnte. Was die Zukunft bringt? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass Schlösser nichts ändern.

Alice