Veröffentlicht in City, Fotografie, Mal über mich

Gesichert

Es ist eine neue Tradition, die unsere Brücken und Geländer zum Einsturz bringt. Wir ritzten Namen in Parkbänke, die verwegenen wagten sich an Bäume. Heute sind es Schlösser in allen Formen und Größen. Einige selbst graviert oder bemalt, andere gestylt mit Foto des Pärchens.

Sie sollen alle das Gleiche ausdrücken. Du bist mein für immer. Und ich dein, aber das versteht sich von selbst.

Sicherheit, derjenige, mit dem ich meinen Alltag verbringe, wird immer bei mir bleiben. Eingraviert in Stahl, eine Holzbank, in den Baum. Die Variante mit dem Edding auf dem Damenklo finde ich nicht so vielversprechend.

Funktionieren tut es nicht. Das sollte mal gesagt werden. Kein Versprechen kann verhindern, was manchmal eben passiert. Jedes Schloss kann geknackt werden, jede Holzbank verrottet und ab und an werden die Fliesen saubergewischt und auf den nächsten Ansturm der Liebesschwüre vorbereitet.

Ich bin angekommen. Mein Mann auch. Denken wir. Hoffen wir, trifft es eher. Doch so ist Leben und momentan ist richtig, wie Herbert bereits erwähnte. Was die Zukunft bringt? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass Schlösser nichts ändern.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie

Vergittert

Dorsten, Kanalbrücken, Januar 2020

Ich mag Strukturen, zumindest bei meinen Fotografien. Ich mag Regelmäßigkeit, Ausrichtung, Wiederholungen. Mein Leben sieht anders aus. Ein Küchenpsychologe würde da Kompensationsmechanismen vermuten und da hätte er wohl recht.

Das Chaos klingt nach mehr Freiheit, doch auch wenn ich mir das einreden möchte, dem ist nicht zwingend so. Die Krux ist, dass die meisten anderen Menschen eine feste Struktur haben und da ich mit ihnen interagiere, die Konfliktpunkte vorprogrammiert sind.

Das klingt dramatischer, als es tatsächlich ist und ich lebe ganz gut in diesem Spannungsfeld.

Dennoch fühle ich mich oft eingesperrt, festgehalten hinter aufoktroyierten Gittern, die ich nicht wählte.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur

Der kleine Chemiebaukasten

Ich hab es getan. Vier Farbfilme wurden heute in meiner Küche durch den Kakao gezogen. Das Fazit? Es geht, doch es ist aufwändig und man spart nichts.

Andererseits macht es Spaß und es ist ein Neuzugang auf der Wissenseite.

Ein paar Bilder zum Reinschauen hab ich mitgebracht, die anderen folgen, wenn sie fertig bearbeitet sind.

Anklicken… aber das wisst ihr ja längst 🙂

Alice

Veröffentlicht in Begegnungen, City, Fotografie, Natur

365 Begegnungen – Tag 105 – Regenerative Dopplungen

Ich bin ein großer Freund regenerativer Energiequellen. Seit meinem Studium, wo ich im Hauptstudium in Richtung Energietechnik schwenkte, faszinieren mich die Möglichkeiten ohne Umweltdreck (naja nicht ganz) Energie zu gewinnen. Leider scheinen immer noch zu viele zu glauben, dass Strom eben aus der Steckdose kommt.

Fotografieren mag ich sie auch sehr gerne. Da die Canon EOS 3000 noch getestet werden musste, nahm ich sie heute zur Hunderunde mit und experimentierte mit der Doppelbelichtungsfunktion.

Anklicksen macht die Bilder groß.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur

gutenachtgedanken – Wundertüte

Wenn ein Film bei mir etwas länger in der Kamera ist, wird er zum Überraschungspaket. Und da die Kamera nicht meine liebste ist, nehme ich sie auch nicht immer mit, was den Prozess noch etwas verzögert.

Die Entwicklung ist dann sehr spannend, an die meisten Bilder kann ich mich dann gar nicht mehr erinnern.

Hier also ein Kessel Buntes mit Berlin, unseren schönen Lippewiesen und Eindrücken vom heutigen Einkauf.

Kommt gut durch die Nacht

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie, Natur, Selfmade

Ohne Netz

Vor einigen Tagen war meine neue Prinzessin am Start, die Contessa, eine Kleinbildsucherkamera aus dem Hause Zeiss. Gute 60 Jahre hat sie auf dem Buckel, die Selenzelle ist schon lange Schnee von gestern.

Ich fotografierte intuitiv, wenn die Sonne lacht, nimm Blende 8, das Ergebnis war leicht überbelichtet, aber der Negativscanner hat es gerichtet.

Ich beobachte an mir, dass mich dieses fotografieren ohne Netz und doppelten Boden immer noch verunsichert. Ich kann nicht wirklich abschätzen, was ich da tue, das Ergebnis ist unter Umständen erst nach Wochen sichtbar.

Die digitale Fotografie mag bequem sein und ich nutze sie auch gerne, aber dieses Rundumsorglospaket kauft mir tatsächlich ein wenig den Schneid ab. ich brauche mich nicht auf mein Gefühl zu verlassen, brauche nicht die Lichtsituation mit meinen Augen abzuschätzen, ich brauche nicht scharf zu stellen.

Natürlich gelingen dann mehr Fotos… oder? Wenn ich es genau überlege, ist der Prozentsatz Ausschuss bei meinen analogen Experimenten wesentlich geringer.

Aber nun zu den Bildern. Die Contessa hat gute Arbeit geleistet, sie wird mich jetzt sicherlich häufiger begleiten dürfen.

Veröffentlicht in Begegnungen, City, Fotografie

365 Begegnungen – Tag 92 – Die Voigtländer

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine analoge Sucherkamera in Händen hielt (die auch wirklich funktionierte) und damit knipste. Es müssten die 90er gewesen sein und die Kamera sah aus wie ein Stück Seife und fraß Batterien.

Ich habe mir heute eine der neuen Kameras vorgenommen. Die Voigtländer durfte mit und mich beim Frischluftschnappen begleiten.

Die Negative kamen direkt ins Bad, großartig nachbearbeitet habe ich dieses Mal nicht.

Ich bin mit der Qualität der Kleinen mehr als zufrieden. Mit der Belichtung habe ich noch ein wenig Stress, aber der eingebaute Belichtungsmesser tut es nicht mehr, so dass ich schätzen musste oder die App befragen. Übungssache, denke ich.

Es folgt…. Trommelwirbel… diese komische Stadt im Vorweihnachtswahn auf Kleinbildfilm.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie

365 Begegnungen – Tag 74 – Kunstvolle Fülle

Wir haben in Berlin nicht ein Museum besucht. Es reizte uns zwar ungemein, doch wir verkniffen es uns aufgrund des Zeitmangels. Doch auch ohne eines der Unmengen an Indoormöglichkeiten aufzusuchen, war und bin ich überwältigt, von der Menge an Kunst, die einem quasi ins Gesicht hüpft.

Von der Architektur und deren Üppigkeit, hatte ich bereits geschrieben. Doch auch die modernen Kunstwerke, die Streetart, die bemalten Häuser und die hunderte Hingucker machten es schwer, sich für eine Blickrichtung zu entscheiden.

Ich hatte die Bauwerke in meinen Fokus gestellt, einfach um eine Entscheidung und eine Planungsgrundlage zu haben, doch dann fuhren wir zum Teufelsberg.

Gut zwei Stunden brachten wir dort zu, liefen uns die Füße krumm, waren überwältigt von den netten jungen Menschen, die das Gelände offen und begehbar halten, auch wenn ein Haftungsausschluss notwendig ist. Wer baustellenunerfahren oder gehandicapt ist, könnte dort wirklich Probleme haben und sollte nicht alleine versuchen die Palettenkletteraktionen zu bewerkstelligen.

Es war ein wenig wie ein Abenteuerspielplatz mit Kunst und Geschichte. Und auch, wenn mich die zahlreichen, teilweise ohne Aufsicht herumkletternden Kinder ein wenig nervös machten, es passte schon.

In unserer Stadt wäre sowas (leider!!!) undenkbar. Mit großer gestalterischer Freiheit fanden sich Installationen neben hochwertiger Sprayerkunst, ein paar witzige Geschmacklosigkeiten und ein unglaublich entspanntes Chaos.

Hier ein paar Eindrücke…

Anklicken macht die Bilder groß! Und wer den Weg nach Berlin findet und sich für Kunst interessiert, sollte sich auf jeden Fall dort umtun.

Danke noch einmal an alle für die zahlreichen Tipps und ganz besonders an René, der als (Fast) Eingeborener 😉 mich auf diese Location hingewiesen hat.

Alice

Veröffentlicht in City, Fotografie

Bevor

Bevor mich die aufziehende Erkältung mich wieder zwischen die Kissen treibt. Ein Bild, das in Berlin entstand, gefällt mir so richtig gut und da bin ich tatsächlich auch stolz drauf.

(Die anderen, die so naja, lala oder so, reiche ich peu á peu nach)

Alice