Seltsame Zeit

Ich gehöre zu den wenigen Menschen, denen die Vorweihnachtszeit nicht zusagt. Ich mag den Kitsch nicht und die Kerzlein überall, nicht die Kekse, nicht den Baum und auch sonst kann mich das ganze Theater mal gerne haben.

Die anderen dürfen selbstverständlich und ich schreibe auch gerne bei den Adventüden mit, doch nicht wegen seliger Zeit, sondern weil ich mich auseinandersetze mit dieser verheißungsreichen Zeit, an deren Ende im besten Fall ein Kater, im schlimmsten Fall Ernüchterung steht.

Dennoch, ich spiele mit, bestücke den Adventskalender der Söhne, kaufe Geschenke (ich schenk so gerne) und backe Kekse. ich stelle eine Schale mit Leckerkram auf, die ich täglich auffüllen muss und ertrage die Weihnachtslieder im Radio.

Da ist was kaputt in mir und ich weiß das. Ich lebe damit ganz gut, denn schließlich ist nur ein mal im Jahr Weihnachten – und das reicht auch.

Was ich nicht ertrage ist der Weihnachtsschmuck im Oktober in den Geschäften, Last Christmas und noch ein paar andere Begleiterscheinungen, die offenbar dazu gehören. Seit gestern ist mir klar, dass der Abstand zu meiner Ursprungsfamilie gut und wichtig ist. Je weiter, desto hui, könnte man sagen.

Jetzt stand zu allem Überfluss ein Weihnachtsbild an. Ich habe selbst zugesagt. „Mein Weihnachten“, war das Motto. Ich tat mich schwer, fotografierte Teelichter und Krippenfiguren, versuchte einzutauchen in das kindliche Ich, dass das doch mal schön fand, wenn es auch lange her ist. Erlösung brachten die Söhne und die Toten Hosen.

Heute kam das Bild in den Kasten. Anders als geplant, doch schon so aussagekräftig, dass ich es zeigen möchte. Memo an mich: Man kann sich auch eine Flasche Wein an den Hals setzen ohne in großen Schlucken zu trinken 😉

Alice

PS: Ich zeige das Bild noch – aber nicht heute…

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14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mindsplint sagt:

    Schade, hätte das Bild gerne gesehen….

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  2. Christiane sagt:

    Wenn für dich Weihnachten und die Vorweihnachtszeit nie ehrlich und echt war, ist es kein Wunder, wenn du dich entziehst. Gebranntes Kind scheut Feuer, sagt das Sprichwort. Zu Recht.

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    1. Nati sagt:

      Es kann auch das Gegenteil bewirken und man fängt an es zu lieben, weil man es selbst gestalten kann.

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      1. Christiane sagt:

        Japp, aber das ist der zweite Schritt, erst mal muss man kapiert haben, dass man nicht „schuld“ ist, dass man nichts falsch gemacht hat, oder?
        Guten Morgen, Nati 🌧️🕯️🕯️☕🍪👍

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      2. Nati sagt:

        Nicht unbedingt, dies kann auch erst viel später erfolgen.
        Nasskalte Guten Morgengrüße zu dir Christiane.

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    2. Ja, es ist auch nicht schlimm, wenn man es nicht anders kennt. Meine Vorweihnachtszeit ist halt anders, aber auch irgendwie gut, wenn niemand Last Christmas anmacht 😉

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  3. Myriade sagt:

    Ob es so wenige sind ?

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    1. Vielleicht sind wir auch Legion, wer weiß?

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      1. Myriade sagt:

        Könnte schon sein ….

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  4. Tja, da sind wir auch schon zwei, würde ich sagen. Geht mit nicht besser in der Vor- und Weihnachtszeit. Grund unbekannt, liegt aber in der Kindheit, wie ich vermute. Da muss ich jedes Jahr aufs Neue durch … 🥺

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    1. Mach was Buntes, Wildes, Lautes draus. Das versuche ich auch. Der Lärm übertönt den Schmerz und dann ist es auch irgendwann vorbei und die Normalität hält wieder Einzug…

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