Trigger und Kontrollen

Die letzte Nacht war eine Katastrophe. Und ich trage die Narben durch den Tag. Der jüngste Sohn war überfällig. Am Nachmittag schrieb er, dass er bis 20 Uhr zu hause sei. Danach war das Handy aus (Running Gag mit dem Akku, da muss wohl ein neues her).

Es wurde 8:30, es wurde 9. Es wurde 9:30 und da setzte in meinem Kopf was aus.

Ich wusste, dass er eine Verabredung hat, aber ich wusste nicht wo. Hier in der Nähe des Ruhrgebiets könnte er praktisch überall sein. Als ich also um halb 10 anfing zu überlegen, wo ich zuerst anrufen sollte, knallte die geballte Hilflosigkeit auf mich ein. keine Ahnung! Was sollte ich sagen? Und wem? Alle Krankenhäuser abtelefonieren oder besser die Polizei.

Und wer jetzt grinst, das ist nicht lustig. Da gibt es etwas in mir, das rastet aus, schreit, weint, stirbt vor Verzweiflung. Und ja, es ist überreagiert. Und nein, daran kann ich nichts tun. Es ist mein Kind und ich will es beschützen. Was auch immer dazu geführt hat, dass ich so agiere, so fühle, mich so zerreiße, s ist alt und es ist stärker als ich.

Mir fehlt das Vertrauen, dass alles gut wird.

Er war um halb 11 da. Da saß ich bereits heulend draußen vor dem Haus und lauschte jedem sich nähernden Schritt. Die Nacht danach war nicht gut. Erwähnte ich das schon?

Dafür hatte ich dann heute den ersten Arbeitstag, dünn besetzt und unangenehm unterbrochen durch eine Art Kontrollbesuch. ich hab sie ans Arbeiten gesetzt und war nur vordergründig freundlich. Mehr ging heute nicht.

Alice

24 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mindsplint sagt:

    Nur fürs Protokoll: Wie alt ist denn der Junior? Und kam er jetzt nachts oder vormittags?! :-/

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    1. 19 und nachts. Jepp, 9 und 21 Uhr ist ein Unterschied

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      1. Mindsplint sagt:

        Okay – wenn sich ein 19-jähriger mal um ne stunde oder 2 verspätet, ist das – nein, sollte das verkraftbar sein, so er denn ansonsten auch schon mal ab und an unzuverlässig ist……
        Das scheint aber nicht so zu sein, sonst hättest du sicher nicht so panisch re-agiert, oder?

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      2. Mindsplint sagt:

        Und ja, ich verstehe – Nesthäkchen. Aber es ist Sommer, die Luft ist lau, die Abende schwül und er kam ja nicht erst morgens 🙂
        Loslassen ist das Zauberwort……. 😇

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      3. Ich hab nicht gesagt, dass ich verstanden werde. Mir ist das alles klar, doch mein Inneres lief Amok…

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      4. Mindsplint sagt:

        Ja – und das verstehe ich auch sehr gut! 🙂 Ist halt schwierig……. 🙂 Aber auch das wird sich einrenken! Wetten? 🙂

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      5. Kann ich die Uhr nach stellen…

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      6. Mindsplint sagt:

        Siehe eins drüber…..

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  2. Wortman sagt:

    Mit 19 hab ich immer gesagt, bis morgen früh 🙂 🙂
    Wenn ich dann eher zu Hause war, war das auch ok. 🙂

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    1. Mindsplint sagt:

      Und ich habe ab 18 gesagt: Ich komme früh – soll ich Brötchen mitbringen? 🙂

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      1. Wortman sagt:

        So etwas habe ich auch gesagt. 😆

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      2. Mindsplint sagt:

        😀🤣😂😇

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      3. Wortman sagt:

        Das Beste war der 18. Geburtstag. Stolz den Eltern erzählt, ich komme zum Frühstück nach hause. Wann war ich daheim? Kurz nach 1 Uhr… jetzt wo man durfte, hat es keinen Spaß gemacht 😆

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      4. Mindsplint sagt:

        …gacker)))) – ja, genau so wars! 🙂

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      5. Wortman sagt:

        Das waren noch Zeiten. 😆
        Ich weiß gar nicht mehr, ob es auch Wochenenden gab, wo ich mal vor 4 Uhr morgens zu Hause war.. 😆

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  3. Nati sagt:

    Meiner, fast 20, meldet sich zwischendurch.
    Mittlerweile kommt er erst Morgens zurück, damit er Nachts kein teures Taxi bezahlen muss. 😂
    Aber ich kann dich verstehen, wenn man einfach nicht aus der Haut kann, sosehr man es sich auch wünscht.

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  4. Grinsekatz sagt:

    Meine Mutter ging auch erst schlafen, wenn ich zuhause war. Sie ging oft sehr spät schlafen.

    Hab Vertrauen in deinen Wurf.
    Und spendier mal n neues Phon 📱🔋📢

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  5. Zu grinsen gibt es da nichts, aber die Kommentare hier sagen, so ist es oft. Und trotzdem muss jede Mutter und jeder Vater durch diese angstvollen Stunden hindurch, bis die Seele die großen Kinder in die Freiheit entlassen kann , eine Freiheit, die nie ohne Risiko sein wird. Die Sorgen hören nie auf, aber sie werden kleiner.

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    1. Klar ist es oft so. Aber manche sind entspannt und grinsen, andere – wie ich – drehen am Rad und befürchten Unfälle und Co. Die Sorgen bleiben sowieso, werden nur anders, denke ich…

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  6. Es ist kein Trost, ich weiß, und es beruhigt nicht, aber ich bin genauso, was meine Kinder betrifft, besonders das Älteste (49). Der Grund liegt in der Vergangenheit und ich kenne ihn – doch diese Erkenntnis macht die Sache leider nicht besser. Die kleinste Unstimmigkeit und in mir steigt die Panik hoch.
    Ich freue mich aber, dass nichts passiert ist und dein Sohn wohlbehalten wieder nach Hause kam. Und ja – es macht keinen Unterschied, ob 19 oder 49.
    Herzliche Grüße 💕
    Rosa

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    1. ❤ Danke dir. ja, es ist nicht zu ändern und geht auch nicht weg. Ich bin schon so viel entspannter geworden, aber wenn er – der zuverlässige – zu spät kommt, gehen die Alarmglocken schrill an… und so wird es auch noch sein, wenn er 49 ist, fürchte ich 😉

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      1. Das fürchte ich auch. 😉

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