Gedanken sind auch Rituale

Ich mache mich rar, hab oft nicht so viel zu erzählen, weil es innendrin arbeitet und im Außen zu viele Baustellen sind. Ich verpasse viel auf allen Kanälen, real und virtuell und es tut mir leid, doch gerade muss das sein, weil alles nebeneinander würde mich überfordern.

Der „neue“ Job fordert mich auf ungewöhnliche Weise und das Universum hat beschlossen, mir so richtig die Blutgrätsche zu geben. „Schau hin“ brüllt es und ich komme nicht drumherum, ihm nachzugeben.

Es geht um Wertschätzung – mal wieder – immer noch – und überhaupt. Ein Buch fiel mir in die Hände (ich gebe zu, ich habe unter dem Stichwort gesucht – und ich finde mich in den Seiten wieder, erkenne, was war und was ist und dass ich zu viel im Alten und zu wenig im Jetzt feststecke. Gleichzeitig habe ich Vieles vom Alten weggesperrt, was ich noch gebraucht hätte. Es ist halt mit in die Kiste gehüpft, die ich in den Keller brachte und ich komme nicht umhin, alles hervorzukramen und zu sortieren.

Nicht willkommen, nicht genug, niemals satt… das wurde mir um die Ohren geschleudert und jede Zeile ist eine Erkenntnis, auch, was die damit verbundenen Gedankengänge angeht. Und diese Gedanken sind Rituale, mein Hirn macht sie selbstständig und hindert mich, anderes, gutes zu denken und zu fühlen. Einfach wegräumen funktionierte nicht, Auseinandersetzung ist angesagt und damit möchte ich den Weg des Verzeihens und des Neuanfangs beschreiten, was haarig ist, weil neu.

Einiges habe ich schon geschafft, anderes ist noch immer wichtig und ich möchte es angehen, weil ich denke, dass eine Welt ohne meine bösen Geister eine gute glückliche Welt sein kann. Die mit weggeräumten Erinnerungen wollen gesehen und zelebriert werden. Musik ist da ein guter Weg für mich, weil Gefühl und nicht verkopft.

Ich möchte mich neu aufstellen, wieder die werden, die ich eigentlich bin und immer hinter den Gedanken war. Den übersteigerten Leistungsanspruch genauso ablegen wie das Gefühl, mich selbst abzulehnen.

Ich bin und das reicht.

Ein Anfang.

Alice

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Myriade sagt:

    Blutgrätsche klingt wie ein altes Wikingerritual 😉

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    1. Komm eigentlich aus dem Fußball… nicht, dass ich damit was am Hut hätte…

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  2. Mindsplint sagt:

    Mach dir keinen Stress – mal ist halt mehr, mal weniger Zeit/Lust/Muße zum Schreiben da… 🙂

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    1. Stimmt und das darf auch so…

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  3. Grinsekatz sagt:

    Du bist.
    Das ist viel.

    Hadern inbegriffen.
    DER Motor für Wandel 👍

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    1. Ja, ich bin dran. Endlich was gefunden, woran ich mich entlanghangeln kann, böse Gedankenspiele unterbrechen inbegriffen. Die Wut verraucht dabei, denn es ist, wie es ist.

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