Relativität

Um das Schlechte zu schätzen, gibt es einen einfachen Trick. Für ein Weilchen muss man in eine noch schlimmere Situation kommen.

Das ist menschlich und zumindest theoretisch allen bekannt. Es selbst zu erleben, ist eine Erkenntnis, die sich hoffentlich nicht so rasch abnutzt.

Zufriedenheit, Bescheidenheit, Achtsamkeit, bei sich sein und bleiben und die Welt als das sehen, was sie nun mal ist, keinen perfekten Ort, in den ich reingeboren wurde, um von goldenen Tellern zu essen.

Es ist jetzt ja auch nicht wirklich schlecht, nur schlechter und das schon in einem ordentlichen Maße. Weniger Bequemlichkeit, kein Luxus, noch nicht einmal das minimal nötige an manchen Stellen. Übel irgendwie, eher so das abgewrackte Hostel am Kiez statt dem Adlon und schales Wasser statt Perrier.

Dennoch überlege ich, ob ich so viel Duldsamkeit, Bescheidenheit und so aufbringen kann, um das auszuhalten, ob meine Belastbarkeit wirklich noch zusätzlich so getestet werden muss oder ob ich nicht einfach nein sagen soll zu diesem Angebot, das mir unter Vorspiegelung falscher Tatsachen untergejubelt wurde.

Um es mal so zu sagen. Es geht relativ gut. Aber es könnte so viel besser sein. Und ich frage mich, wo ich meine persönlichen Ansprüche in diesem Spannungsfeld platziere.

Alice

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Nati sagt:

    Man hat die Wahl – immer.
    Man muss sich nur dazu entschließen auf das innere Unbehagen zu hören.

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