Tag 332/365 – Seltsame Zeiten

Der Dezember steht in den Startlöchern und damit mein Atelier. Es ist eine Menge zu tun, zu renovieren, zu räumen. Gestern habe ich die Umzugskisten gepackt und ich freue mich darauf, die eine Wand mit dieser wundervollen Tapete zu verschönern. Das Bauchwehgefühl bezüglich Weihnachten hält sich in Grenzen. Ich kann gerade ganz gut weggucken, auch, wenn heute der erste Advent droht.

Die Welt da draußen macht mich kirre. Ich möchte handeln und stelle fest, dass ich am Boden klebe wie mit Pattex angepappt. Was wird, weiß ich nicht. Doch ich habe eine Idee davon, wie es weitergehen könnte. Meine Welt wird sich dabei grundlegend verändern und ich bin mir gerade unsicher, ob ich das so konsequent wirklich möchte. Es ist eine Mutprobe, es ist selfish, es ist ein Wagnis und ich muss sicher noch hundert Mal darüber schlafen, bis ich sicher bin, dass ich es so möchte.

Mir ist klar geworden, dass all die ungesunden und unnötigen Dinge, die ich tue, nur dazu dienen, die Gefühle auszuschalten, die Angst, die Sorge, was passiert, wenn ich strauchle, versage, es dann doch nicht schaffe. Verstecken ist eine Möglichkeit. Die andere ist, mit wehenden Fahnen loszugallopieren und zu beobachten, was passiert. Mit mir und der Welt, die mich umgibt.

Heute ist erster Advent. Wir haben keinen Kranz. Vielleicht backe ich Kekse mit den Söhnen, wenn sie Lust haben. Der Rest des Hauses schläft noch. Wir werden sehen, was der Tag bringt.

Genießt die Zeit und gönnt euch Ruhe und Entlastung. Dafür ist diese dunkle Zeit gut geeignet.

Alice

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Raphael sagt:

    Die Auslöser, die Strukturen und Mechanismen zu erkennen,
    welche uns zu „Zersorgern“ und „Fürchtenden“ machen.

    … und dann von diesen Abstand zu nehmen, in einer Bewußtheit und Klarheit,
    das könnte, nein kann der Weg sein.

    Tja und dann kommt so eine „Hammer-Wort-Konstruktion“ mir in den Sinn,
    die ich dann doch nicht unterdrücken mag:
    Nur die Wahrheit macht frei!

    … was dann andersherum betrachtet heißt,
    daß wir die Lüge(n) entsorgen müssen,
    die in uns und auch die,
    welche sich da schmeichelnderweise um uns breit gemacht hat.
    Der Weg „in diese neue Freiheit“ tut anfänglich weh, doch was am Ende des Weges …

    Alles Liebe,
    Raffa.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ehrlichkeit ist anstrengend, weil sie einfach oft zu Konflikten führt. Die meisten wollen angelogen werden, Klarheit ist nicht gefragt. Ob ich das Ausbauen und aushalten kann, das weiß ich nicht. ich versuche es, denn am Ende geht es jedem mit der Wahrheit besser, auch wenn sie nicht schön ist
      Hab einen schönen Tag und danke für deine Worte
      Alice

      Gefällt 1 Person

      1. Raphael sagt:

        Yepp, Alice,

        diesen, deine Satz, diese Conclusio
        sollten wir uns täglich bewußt machen
        oder/und an den Kühlschrank oder innen an die WC-Tür pappen:

        „Die meisten wollen angelogen werden, Klarheit ist nicht gefragt.“

        ja, und der Weg in die Wahrheit, die Klarheit ist anfänglich schmerzhaft,
        weil man sich von seinem Arrangement mit der Lüge trennen muß,
        welche da oberflächlich, wie kurzfristig so angenehm und schmeichelnd daher kommt.

        Haben wir Mut, die Ausdauer und die Sehnsucht,
        nach der Wahrheit zu suchen und an ihr festzuhalten.
        Liebe Grüße gen Nord-West,
        Raffa.

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