Nachtrag Tag 328/365 – Langsam

Ich trete ein bisschen auf der Stelle und mache mir Gedanken. Die Welt da draußen ist im langsamen Trott, hat keine Eile, versteht nicht, dass Dinge erledigt werden sollen.

Worauf ich warte? Zum Beispiel auf die Antwort vom Chef, wie wir das mit dem Zeitzeugen hinbekommen, den ich gerne an die Schule holen möchte. Und auf den Vertrag für das neue Atelier, den ich noch nicht in Händen halte, für das ich aber schon den Dauerauftrag ändere. Die Mitmieterin meines alten Ateliers sieht das gelassen, überweist erst, wenn sie den Vertrag hat und lässt mich momentan auflaufen. Im schlimmsten Fall kann ich doppelt bezahlen. Sie hat nämlich gerade keine Muße zum Renovieren, sie ist krank.

Natürlich zerschneide ich das Tischtuch, wenn sie mich auflaufen lässt und ich zerschneide ein anderes, wenn die Orga aus Desinteresse und Langatmigkeit in meiner Firma nicht klappt. Ich kann so nicht arbeiten, mir ist dieses kommsteheutnichtkommstemorgen extrem zuwider.

Ich habe auch Aufgaben, auch andere, auch viel zu tun, auch Stress und Termine und dennoch will ich das hinbekommen. Und wo ein Wille ist, findet sich eine Möglichkeit. Nur wer keinen Bock hat, findet Gründe. Versteckt sich hinter Argumenten, die keine sind.

Ich sitze hier und drehe am Rad, mache mir Gedanken und hoffe, dass es sich findet. Scheißgefühl, abhängig von anderer Leute Arbeit zu sein. Scheißgefühl, wenn es (ich) sie nicht interessiert.

Jeder ist sich selbst der Nächste… so heißt es wohl…

Alice

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gefangen im System! Mehr oder weniger sind wir das alle, aber Individuen mit eigenen Vorstellungen remplen an die Grenzen.

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    1. Ich glaube, dann passe ich nicht ins System….

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  2. Raphael sagt:

    „Morgen, Morgen nur nicht heute“ …
    waren die Worte meiner Mutter, die mir heute noch im Ohr klingen.

    … und doch wünsche ich mir heute, so den einen oder anderen tritt in den Allerwertesten,
    denn wie oft holt mich diese Lethargie und das Fehlen von Disziplin ein.

    Und ja, anders herum kann ich dich gut verstehen,
    wenn da nicht nur die Dinge, die unter den Nägeln brennen, nicht klappen, nicht mal angegangen werden.
    Was ja dann blöderweise bei mir (und wohl auch bei dir) dann dazu führt, daß …
    unterm Strich nix voran kommt, in diesem Wir oder im gemeinsamen Tun und (Er-)Schaffen.

    Yepp, das Ganze macht verdrieslich und wendet sich dann gegen …

    Also kein guter Mutterboden oder eine Petri-Schale, wo es wachsen kann
    und die Talente brach auf dem Acker oder sogar darunter liegen.

    Mögen wir Kraft, Ruhe und Gelassenheit bis hin zu diesem einen Frieden finden,
    alles Liebe,
    Raffa.

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    1. Guten Morgen, Raffa.
      Ja, zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Die eine, sich an das Tempo des Teams anzupassen, macht mich verrückt, eben weil nichts klappt. Die andere, ein besseres Team zu suchen, die klingt doch nicht schlecht. Aufgegeben habe ich schon zu oft und mich in dieses Slowmotionkpnzept gefügt. Irgendwann ist Schluss, denn sonst wächst auch auf meinem Acker nichts mehr.
      Alles Liebe
      Alice

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      1. Raphael sagt:

        Deine Worte. liebe Alice,

        kann ich nur zu gut nachempfinden und blöderweise auch bestätigen.
        Suche auch ich immer noch dieses Team
        und bin oft genug den Tränen nahe und in dieser Traurigkeit,
        daß die Talente, die meinen und auch die der anderen da brach auf dem Acker liegen.
        Ungenutztes Potenzial -> macht mich kirre,
        erstrecht, wenn ich feststellen muß, daß ich dann auch noch selbst die Bremse bin.

        Wo also sind die anderen Puzzlestücke, Katalysatoren, gerne auch Gießkannen die in liebevoller Offenheit und Hingabe sich einbringen mögen, um dieses ersehnte Wir zu leben?

        Tja, es bleibt wohl nur, die Augen und Sinne zu schärfen, um nach dem Team und den „fehlenden“ Puzzlestücken Ausschau zu halten – und auf derf anderen Seite die „Störfaktoren“ in uns und auch um uns herum zu „minimieren“.

        Mögen wir den langen Atem und den Mut, wie die Kraft bewahren und haben.
        Raffa.
        und nicht erblühen können.

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