Tag 293/365 – Planungskomitee

Es wurde ruhiger. Dem Sohn ging es besser und mir demnach auch. Ich kenne diese Situationen zu gut und ich hoffe, dass sie sich irgendwann auswachsen. Wobei auch ich immer noch so bin wie er. Doch ich trage es allein, was schwer ist. Da bin ich froh, dass ich da bin, wenn er hadert.

Der Rest war unspektakulär. Entspanntes Einkaufen in leeren Läden. Beim Nachhausekommen den Mann im Gespräch mit der jungen Schornsteinfegerin angetroffen und festgestellt, dass meine Verlassensangst doch nicht so kontrollierbar ist, wie ich dachte. Corona hat mir da eine Situation vorgespielt, die nichts mit mir und der Realität zu tun hat. Und vielleicht habe ich es auch einfach zu oft erlebt, dass Menschen, denen ich vertraute, einfach gingen, weil es für sie besser schien. An mich hat nie jemand gedacht. Die kommt schon klar, ist das robuste Mühlenpferd. Es tut weh daran zu denken und es tut weh, zu spüren, dass ich nicht weiter gekommen bin als bis zu einer Illusion.

Mein Selbstbild als Frau ist gerade massiv angeknackst. Selbst, wenn ich hoffte, dass es inzwischen besser ist. Mit locker 10kg über meinem Wohlfühlgewicht, den raspelkurzen Haaren, die zudem noch weiß sind, da bin ich nicht gerade Kim Basinger. Von den Falten will ich gar nicht reden.

Den Kilos bin ich auf der Spur. Mein Stoffwechsel ist im Dauerkampffluchtmodus. Daher rühren auch die Magenschmerzen. Verdauung ist bei Stress obsolet. Lieber steckt man die überschüssige Energie in Fettreserven. Danke liebe Evolution an dieser Stelle. Du machst es gerade nicht besser für mich.

Der Rest ist erfreulich und spannend. Mit einer Künstlerhofkollegin hatte ich die Idee für einen Märchentag. Der Vorstand des Vereins ist mehr als einverstanden und wir saßen gestern zusammen, planten und grübelten, verwarfen und tüftelten. Etwa ein Jahr Vorbereitungszeit steht an. Ich werde berichten. Und natürlich mache ich Fotos für eine Fotoausstellung. Es geht um Märchenfiguren beim Fotografen, so ganz grob. Die menschliche Seite der Gestalten jenseits vom Archetyp soll dabei im Vordergrund stehen. Und natürlich die Botschaft des Märchens. Wer aus meiner Ecke kommt und Lust hat, mitzumachen, sei an dieser Stelle herzlich eingeladen. Ich würde mich freuen.

Ansonsten spüre ich gerade eine leichte unterschwellige Anspannung. Die Terminlage heute ist unsicher und vage. ich fühle mich nicht besonders flexibel und das nervt mich ein bisschen. Aber es wird vergehen, wenn ich in Schwung gekommen bin.

Alice

13 Kommentare Gib deinen ab

  1. Grinsekatz sagt:

    Märchentag aber nicht ohne die Zwerge, mit ihrem nicht leer werden wollenden Breitopf 😉

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    1. Sieben Männer im Wald… ich habe da schon seit Tagen Kopfkino… glaub mir, wenn ich sieben korpulente bärtige Kerle zusammenbekomme, dann feiere ich das…

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      1. Grinsekatz sagt:

        Einen stelle ich mir vor, so auf dem Rücken liegend, Augen wie man sie im Comik bei einem toten Hamster sieht. Über ihm der überfließende Breikrug…

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      2. Hahaha… was für eine herrliche Sauerei…

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      3. Grinsekatz sagt:

        Nee, so plastisch, mit Fimu oder so 🙂

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      4. Grinsekatz sagt:

        Hihi, einseitige Ernährung 😎

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      5. Du weißt, dass die armen Zwerge dann an Mangelernährung sterben 😉 ?

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      6. Grinsekatz sagt:

        Ja,darum wäre es gut, das plastisch darzustellen 😈

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      7. Mal schauen, wer sich für die Rolle der sieben Zwerge meldet…

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  2. Dein Text lässt es bei mir klingeln. Der Kontakt und die Arbeit mit deinen Künstlerhofkolleginnen stützen dich, weil es nicht egal ist, mit wem sie diese Projekte durchziehen. Die meinen dich, du bist engagiert, du bist drin. Eine soziale Gemeinschaft, wie sie jeder braucht und jedem gut tut.
    Der Anfang war das, was mir bekannt vorkam und ich habe einen sehr langen Teil meines bisherigen Lebens gebraucht, um das überhaupt zu verstehen. Eine meiner beiden Urängste ist, allein gelassen zu werden. Ein Erbe aus meiner frühen Kindheit. Jetzt denke ich (erst einmal, denn zur Umsetzung fand sich noch keine Gelegenheit), dass die Entscheidung für eine Partnerschaft doch mit dem Selbstverständnis einer unbegrenzten Zeit getroffen wird. Wenn sich also etwas zu ändern scheint, oder man das Gefühl hat, habe ich mir fest vorgenommen, sofort über alles zu reden. Eigentlich ständig miteinander reden, mit Freunden häufig, mit Partnern immer. Für mich habe ich trotz fortgeschrittenen Alters die Hoffnung, das verifizieren zu können.
    Schade, dass man die Weisheiten des Alters nicht in den jungen Jahren hat, wo man sie gebraucht hätte.

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    1. Ja, ich wünschte auch, dass mir so manche Erkenntnis früher gekommen wäre. Am Künstlerhof finde ich tatsächlich einen verschüttet geglaubten Teil von mir wieder und das tut gut. Am Ende ändert es aber leider nicht so viel, wie ich gerne hätte. Und es bleibt harte Arbeit, das alles klein zu kriegen. Reden tue ich ohne Ende, doch es kommt nicht so viel an, wie nötig. Und auch bei mir kommt Vieles nicht vom Kopf in den Bauch, was endlich nötig wäre. Ja, es arbeitet auf allen Kanälen. Einen lieben Gruß dir und danke für deine Worte
      Alice

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  3. Raphael sagt:

    … den Karren alleine ziehen?
    ist wahrlich ein kraft-zerrendes Unternehmen,
    mit der Gefahr, sich wieder und wieder im Kreis zu drehen.

    Nun die Flucht in die/der anderen Gemeinschaft gibt Kraft und Rückhalt und ist
    ein, sorry, Erfahrungsfeld, in dem liebevolle Annahme …

    Den Karren zu zweit ziehen …
    … doch ich will nicht bohren, mit den salzigen Finger.

    Sei stark, hab Mut, Alice.

    Alles Liebe,
    der kleine Narr.

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