Tag 277/365 – Immer wieder

Tausend Pläne habe ich in meinem Kopf. Genug für mindestens drei Leben, doch ich mag mich nicht bescheiden, packe immer noch was dazu, was mich im Hintergrund etwas panisch werden lässt. Zum Klavier und einer Frage wegen Stimmung und so kommt gerade ein Angebot für Unterricht herein, getragen von Spaß und einem „alten“ Bekannten. Wie könnte ich widerstehen, rotweingetränkt in die Tasten hauen zu lernen. Nur wie kriege ich dann alles andere unter den Hut.

Der Inktober musste gestern direkt pausieren, weil die Müdigkeit mich zwar tippen, aber nicht schreiben ließ. ich schiebe es auf später, wie so vieles und verteufle mich gleichzeitig. Ich höre die Worte meiner Mutter im Hinterkopf, dass ich immer zu viel will und das bremst gehörig auf eine sehr unangenehme Weise. Als ich sie vor Jahren aussperrte, schaffte ich den Stoff von 9 Semestern in 8 und ging nebenher noch arbeiten. Die Frage ist, wie das mit der Energie ist, im Besonderen und Allgemeinen und ob ich nicht endlich die Bremse lösen sollte, die mich am Boden hält. Denn ich weiß, dass es geht. Nur sagen darf man mir nicht, dass ich nicht fliegen kann.

Nebenher sollen bitte alle, die es vermögen, einmal ihren Teil selbst erledigen, denn ich mag nicht mehr unter schlaffe Arme greifen, fühle mich ausgelaugt von Bedürftigkeiten. Ein guter Rat macht sich ganz warm im Hinterkopf breit. Ein bisher ungedachtes Selbstbewusstsein schimmert da durch und ich frage mich, warum es mir so schwer fällt, mich so zu sehen.

Alice im Spiegel, meine Welt steht auf dem Kopf, die Clowns schlagen Kapriolen und ich atme tief den Duft von Popcorn und Wahnsinn.

Für einen Moment möchte ich aus mir heraustreten und unbefangen verstehen, wer und was ich bin. Einmal objektiv hinschauen und den Kopf aus dem Sirup ziehen, den alle um mich ausschütten.

Fast möchte ich einen Aufruf starten, darum bitten, dass andere mir sagen, was ich nicht sehen kann, dem Höhlenmenschen Platos gleich, die Schatten verstehen, die Fanal an die Wände malen.

Doch ich würde es nicht glauben.

Alice

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Raphael sagt:

    … was mach dich dann glaubend ?, Alice,
    wenn ich den letzten Satz aufpicken darf …

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    1. Es fällt mir schwer zu glauben, dass ich was hinbekomme. Irgendwo zwischen Misserfolgserwartung und dem zuschreiben von Erfolgen dem glück und Zufall. Das nervt mich schrecklich, doch das Abstellen ist schwer. tatsächlich kann mich quasi nichts „glauben“ machen…

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      1. Raphael sagt:

        … muß ergo das Vertauen wieder neuwachsen?,
        durch Bestätigung?, durch positive Sanktionierung??
        Durch bestätigende Erfolgserlebnisse?
        Doch wie und auch wer bestätigt da?
        oder gibt es eine andere Sprache (eine, die authentisch ist und in der nicht gelogen werden kann, nicht geheuchelt und auch keine „fade.nscheinige“ Bauchpinselei stattfindet???

        Warum fällt mir komischen Vogel und Narr jetzt nur der ungläubige Thomas ein? – für den ich mitunter und doch viel zu oft ein Kandidat bin?

        Sorry wegen der vielen Fragen,
        einen warmen Tag wünschend,
        Raffa.

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