Tag 267/365 – Absagen und Angebote

Es läuft nicht immer alles rund und ein Teil meiner Zukunftsplanung hat sich gestern nett zerschlagen. Ich hatte es erwartet, hatte nicht mit Unterstützung gerechnet. Wo sollte sie auch auf einmal herkommen. es würde ja Mühe machen und Verständnis voraussetzen und Wertschätzung, vor allem dies.

Stattdessen bekam ich ein Angebot in dem, was ich schon lange tue und überlege, es anzunehmen, weil es Geld bringt. Und da das nun mal nicht stinkt und mit Atelier und Studium dauernd laufende Kosten ins Haus stehen, die Situation etwas entspannen würde. Nur weiß ich nicht, ob ich das wirklich will, ob ich nicht wieder den Weg gehe, den andere gerne wollen, weil er bequem ist. Ich habe sehr lange den Schwanz eingezogen, doch gerade fehlt mir die Lust dazu.

Das Spiel wiederholt sich und gerade fühle ich mich ein bisschen allein auf weiter Flur. Ist ja auch nichts Neues, eher Altbekanntes und mein Kopf dreht sich im Kreis ob der Möglichkeiten und der erneuten Option, mein lachen an den Teufel zu verkaufen.

Die Therapiesitzung war aufschlussreich, etwas machte klick und ich sah sehr Unschönes, noch viel Übleres, als ich erwartet hatte und beurteile die vergangene Situation noch kläglicher, als sie sowieso schon ist.

Geplant, um zu kitten, was nicht zu kitten war. Das wusste ich, damit komme ich inzwischen klar. Doch dass ich, im Vergleich zu dem, der ebenfalls durch diese Hölle gehen musste, noch zusätzliche Ablehnung erfuhr, das war mir nicht bewusst. Ich bin eine Einzelentscheidung, mitgetragen von jemandem, der eigentlich nur seine Freiheit wollte, der aber das vorzeigbare Eheleben nicht aufs Spiel setzen wollte. Aus Gründen oder so. Und so wurde ich abgelehnt, war ein Kostenfaktor, Mittel zum Zweck. Nicht mehr.

Jahrzehntelang habe ich den Ersatzvater gesucht, habe mich bemüht, herauszufinden, was an mir verkehrt ist, dass man sich mir nicht zuwenden konnte, wenigstens ein bisschen. Der Schmerz ist tief und ich habe mich an andere Menschen gehängt, gehofft, dass sie die Lücke füllen und mich entsetzt abgewandt, als ich spürte, dass ich auch dort nur Mittel zum Zweck war.

Es wird ein paar Tage dauern, bis ich den Schmerz veratmet habe, den zukünftigen Ersatzvätern ein Absage erteilen kann, mich zurücknehmen und darauf besinnen, was ich will.

Alice

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Raphael sagt:

    … die, die man beim „aufrichtigen Pferdestehlen“ trifft,
    rauben keinesfalls das Lachen (eher im Gegenteil) oder
    blättern dafür Scheine auf den Tisch – … doch was weiß ich?

    Der kleine Narr,
    ebenfalls noch ohne Pferd und so.

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    1. Nein, die schenken ein zusätzliches Lachen, auch ohne Pferd 😉

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