Auf der Suche

Oft sitze ich da und überlege, was ich alles tun klönnte, wenn. Ja, wenn ich mich aufraffen würde und einfach tun, statt zu grübeln. Ich kenne das Phänomen, es ist verwandt mit der Prokrastination und ein Cousin des Schweinehundes. Nur, dass diesem ein etwas anderer Mechanismus zugrunde liegt.

Es ist die Angst vor dem Scheitern und den eigenen Ansprüchen, dem Akzeptieren, dass es eben nichtbbso einfach geht, wie man es sich denkt und der gnädigen Erkenntnis, dass andere auch nur mit Wasser kochen. Und doch, wir alle, die wir schreiben, zeichnen und/ oder fotografieren, wir wollen Kunst schaffen oder zumindest etwas Schönes, was nicht jeder kann. Die gängigen Portale sind voll von perfekten Werken, stellen wir uns daneben, wird zumindest mir immer ein wenig blümerant. Nicht ganz, passt nicht, wäre schön, wenn.

Und wenn dann doch etwas entstanden ist, was wir bejahen können, was machen wir dann damit?

Aber bis dahin ist ein weiter Weg und oft lassen wir den nächsten Schritt aus Angst vor dem jämmerlichen Ergebnis. Ich habe gerade Zeit, eine Menge sogar, ein Luxus mit dem ich ziemlich alleine stehe und ich könnte sie nutzen. Doch immer steht etwas auf der Agenda, meist Banales und dann überlegt man kurz, ob überhaupt die Zeit reicht, ob man es nicht auf später verschiebt, ob gerade jetzt der richtige Zeit dafür ist.

Meist lasse ich es dann, ziehe mir noch einen Kaffee und schaue Löcher in die Luft. Oder denke darüber nach warum beziehungsweise warum eben nicht. Oder schreibe darüber wie eben jetzt und alles bleibt in der Schwebe.

Ich habe jetzt ein Buch darüber gefunden und muss gestehen, dass es mich etwas tröstet, damit nicht allein zu sein. „Kunst und Angst“ heißt es und ich bin gespannt, ob ich ein Rezept finde, wie ich aus diesem Kessel herausfinde.

Bis dahin mache ich noch ein paar Löcher in die Luft, höre dem Mann beim Husten zu (Männergrippe) und überlege, was ich nicht alles tolles tun könnte, wenn ich denn nun mal anfangen würde.

Alice

13 Kommentare Gib deinen ab

  1. derbaum sagt:

    irre, du schreibst das auf was ich derzeit lebe (ok, ohne männergrippe) – woher weisst du das?

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    1. Dieser superkritische Blick auf sich ist ein echtes Übel. Ich versuche jetzt damit zu arbeiten und wünsche dir, dass du da auch einen Weg raus findest. Es hemmt so sehr und dabei ist das eigene Tun nicht schlechter als das von anderen…

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      1. derbaum sagt:

        danke dir, wird schon. ich muss mir halt noch öfter in den allerwertesten treten 🙂

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      2. Oder nett zu dir sein

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  2. Grinsekatz sagt:

    Wassertiger gefüttert, nett gefrühstückt und abgewaschen.
    Weiter tue ich heute nichts und das ist gut so.
    Mit Hingabe und aus Überzeugung 🙂

    Liebe Grüße!

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    1. Ich habe dann auch einfach mal die Füße still gehalten… geht 😊

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  3. Nati sagt:

    Warum vergleichst du dich stets mit anderen?
    So kann es nie etwas werden.
    Es gibt immer welche die besser, reicher, schöner sind.
    Die es leichter haben als der gefühlte Rest.

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    1. Ich glaube, die es leichter haben, glauben mehr an sich und ihre Fähigkeiten, selbst wenn es damit nicht allzu weit her ist. Hab einen schönen Tag 😊❤

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      1. Nati sagt:

        Das wünsche ich dir heute auch, nur nicht raus gucken. 🙈😂💕

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      2. Nein, das Wetter ist grausam 🙈👍🫖

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      3. Nati sagt:

        Zuhause bleiben und gemütlich Tee trinken ist da wohl das beste Rezept.

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  4. Liebe Alice, das stimmt, mit dem Blick auf all das perfekte, großartige, geniale und wunderschöne, was man so finden kann, kann man leicht denken, dass man dann auch gleich aufhören kann. Das geht mir oft ganz genauso. Aber – und das ist mal ausnahmsweise ein schönes aber – nur du kannst deine Texte und Zeichnungen und Photos und… nur so machen, wie du es eben machst. Kein anderer kann das. Alles was wir tun, ist zwar nicht neu – oder in der Menge hervor-ragend… aber 😉 – ja aber: doch irgendwie einzigartig. Jemand anders könnte es nicht so tun wie du (außer jmd kopiert dich). Und das macht dein Werk wertvoll. Ich finde, gerade wenn ich deinen blog und deine Bilder wahrnehme, dass du wirklich eine eigene Stimme hast. Und das ist toll. LG, Bettina

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