Aufgeben

Gerade jetzt, wo dieser wirklich nervige Schnupfen mich lahmlegt, läuft das Hirn auf Hochtouren. Ob es um den Kunstbegriff an sich geht, meine Ansprüche oder das, was daraus gemacht wird. Ob es um die Motive von Menschen geht, warum sie dies und nicht jenes tun, ob ich dazu was sagen darf oder lieber schweige, ob es um meine Arbeiten geht und das Ziel, das ich damit verfolge, mein Kopf denkt vor sich hin.

Dass diese Matschbirne, die ich gerade mein eigen nenne, nicht viel Sinnvolles dabei zustande bringt oder zumindest stark eingeschränkt ist, tut dabei wenig zur Sache. Die kleinen Zellen lassen sich nicht aufhalten, leider.

Also sitze ich auch aus diesem Grund hier und liege nicht im Bett, wo es doch so viel gemütlicher wäre und denke auch über meine Projekte und alles andere nach.

Ideen habe ich genug, ich führe sie nur nicht immer bis zum Ende. Bleibt etwas liegen, lasse ich es einen langsamen Tod sterben, fühlt sich das selten gut an. Und ich mache das relativ häufig. Die Frage, was dahinter steckt, stelle ich mir oft.

Es hat was mit der Angst zu Scheitern zu tun. Wobei gerade das Aufgeben ja ein Scheitern ist, aber ich habe die Kontrolle darüber. Oft genügt es auch nicht meinen Ansprüchen und ein „Bringt ja nichts“ steht im Raum. Dann fange ich lieber was Neues an, was dann auch wieder versumpfen darf.

Dieser Blog hier, den füttere ich einigermaßen zuverlässig, warum auch immer in diesem Fall die gewohnten Stricke nicht reißen. Es wäre einmal spannend, genau hinzuschauen, denn der Unterschied könnte mich auf den richtigen Weg führen.

Die Kurzgeschichten hingegen werden seit einem Jahr so nach und nach gefüttert. Ein Ende ist nicht abzusehen. Und ob ich sie veröffentlichen werde, weiß ich auch noch nicht.

Ich denke, das hängt davon ab, ob sie Gnade finden vor meinen Augen. Und natürlich, ob ich mich durchringen kann, sie ordentlich zu überarbeiten.

Der letzte Schritt ist immer der kritische Moment. Wenn ich etwas zu Abschluss bringe, muss ich in den Bewertungsmodus gehen und mich meiner Leistung stellen. Das ist manchmal nicht so schön.

Und da trennen sich tatsächlich Spreu und Weizen. Ich sehe andere Menschen, die das hinbekommen. Und die sind auch nicht genialer als ich, oder zumindest nicht sehr. Aber sie ziehen das durch und sind am Ende zufrieden mit dem Erschaffenen.

Aufgeben ist nervtötend. Nicht nur die verlorene Zeit, auch die auf halber Strecke verreckten guten Ideen sind ein Grund, dieses Verhalten einmal gründlich zu überdenken. Mit wilder Action ist heute sowieso nichts. Vielleicht ein guter Sofa-Taschentuch- Nachdenkimpuls.

Alice

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    ….Ideen habe ich genug, ich führe sie nur nicht immer bis zum Ende…..

    Reich mir die Hand, Schwester 🙂

    Gefällt 2 Personen

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