Ausgeruht

Ich kann es kaum glauben, dass ich so lange geschlafen habe. Die schwere Decke hilft mir zwar nicht beim Einschlafen, doch sie lässt mich tatsächlich nicht mehr in den frühen Morgenstunden wach werden.

Der Kopf ist zwar tatsächlich noch nicht ganz klar und im Hintergrund haben sich diverse Ängste und Unruhen zurückgemeldet, aber das wird. Die Sonne scheint hier gerade so wunderschön und ich werde mich aufraffen, das Haus zu verlassen. Wäre doch gelacht.

Die Unruhe rührt von nie geklärten Gefühlen her, Angst, Schuld und Scham, die Dreieinigkeit meiner frühkindlichen Erziehung. Es wäre schön, wenn es dem Rücken meines Therapeuten langsam besser ginge, ich habe wirklich Gesprächsbedarf.

Ein Kommentar brachte mich auf eine interessante Spur. Ich hatte noch nie vom Hochstapler-Syndrom gehört, es erklärt zumindest meine Unsicherheit bezüglich meiner Leistungen. Selbst als Einserstudentin fühlte ich mich nicht kompetent, schrieb die guten Klausuren der Freundlichkeit der Dozenten und purem Glück zu.

Ich wühlte dann weiter und fand den Matthäus-Effekt. Geht witzigerweise tatsächlich auf das Bibelzitat „Wer hat, dem wird gegeben“ zurück und nicht auf Lothar Matthäus, hat dementsprechend nichts mit Fallrückziehern und jungen Frauen zu tun. Kurz gesagt bedeutet er, dass der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt. Ist bereits Erfolg da, kommt immer neuer dazu. Nur der Weg zum ersten kleinen Erfolg, der dann andere nach sich zieht, der kann hart sein.

Es lohnt sich, einmal bei Wikipedia zu segeln und sich von den Links weiterführen zu lassen. Ist fast wie bei YouTube, nur wesentlich lehrreicher.

Was ich da übrigens gefunden habe, hat mir den Tag versüßt. Das poste ich jetzt in allen Gruppen, wo rumgepöbelt wird. (Nein, tu ich nicht, sie werden es nie verstehen).

Alice

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. kommunikatz sagt:

    Witzig, ich bin auch gestern über diese Hochstaplergeschichte gestolpert und dachte, ja, das kenn ich irgendwie auch. Ich habe mich so oft wie eine Schauspielerin gefühlt, die bloß so tut als ob, eigentlich aber gar nix drauf hat. Es hilft, eine Außenperspektive einzunehmen, also auf sich selbst so zu schauen wie mensch es sonst nur bei Anderen tut. Dann sieht nämlich gleich alles viel beeindruckender und krasser aus und die eigenen Leistungen werden plötzlich vorzeigbar 🙂

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  2. Christiane sagt:

    (Anmerkung am Rand: SEHR geiles Video. Ich bin ein eingeschworener Fan des Originals, aber das hier gereicht ihm zur Ehre, und der Text ist großartig. Schade, dass es immer noch so aktuell ist, es wurde ja schon vor über 2 Jahren auf YT gepostet.)

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  3. Ja, als ich nach meinem Zusammenbruch gelernt hatte wieder gut zu schlafen, hatte mein Körper auch wieder Zeit zur Ruhe zu kommen und ich hatte die Möglichkeit aus dieser Ruhe heraus meine Möglichkeiten neu zu betrachten. Der Prozess ist auch noch fast zehn Jahren noch nicht abgeschlossen.

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    1. Ja, ich spüre auch, dass das länger dauert und Fortschritte nur in kleinen Schritten möglich sind…

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