Veröffentlicht in City, Fotografie

Es fährt ein Zug

Als ich unter der Brücke stand, konnte ich kaum glauben, dass dort noch Züge fahren. Doch alle Viertelstunde donnerte eine S-Bahn oder ein Güterzug darüber. Unten die Lippe, Treibholz, Geäst, ein paar Graffitis und alte Steine.

Ganz am Ende eines Feldweges, kurz hinter einer Art Datscha, eines Vorortwochenendhüttchens, das irgendwie den Eindruck erweckte dauerhaft bewohnt zu sein, da stand sie. Unspektakulär, eine von vielen Brücken hier in der gegend. Die Wasserläufe wollen überspannt werden.

Steht man daneben, dann geht es zumindest mir immer so, dass ich daran entlang blicken möchte und – auch wenn es eine banale S-Bahnbrücke ist – es regt sich tief in mir ein bisschen Fernweh. Lieber dort, nicht hier. Unterwegs sein für einen Augenblick, beginnen, starten, ankommen. Egal wo.

Unter diesen Brücken ist es immer dunkel oder dämmrig. Der Boden leicht feucht, es riecht pilzig und man hat das Gefühl, schauen zu müssen, wo man hintritt. Eine Stelle fiel mir ins Auge. Der Boden war weicher dort, wirkte lebendiger, mehr Pilze wuchsen und ein seltsamer Geruch lag in der Luft.

Ich musste unwillkürlich grinsen. Entweder dort ist schon jemand verscharrt oder es ist die perfekte Stelle dafür.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

18 Kommentare zu „Es fährt ein Zug

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