Veröffentlicht in Mal über mich

Auf einem Auge blind

Was es nun war, weiß ich nicht. Ob ein kleiner Schnupfen. Der die Nasenkanäle verstopfte oder ein unvorsichtiger Umgang mit der Kontaktlinse, ob ein Luftzug oder ein Fremdkörper, ich kann es nicht sagen.

Auf jeden Fall tut mir seit gestern mein rechtes Auge weh und heute ist es bindehautentzündet. Das wäre nicht so schlimm, kommt vor, wenn nicht Wochenende wäre, die Wartezeiten bei dem stadteigenen Augenarzt endlos und Corona. Das Letztere macht halt unangenehme Arztbesuche noch ein Stück unangenehmer.

In der Apotheke bekomme ich kein Antibiotikum ohne Rezept und ohne das geht es erfahrungsgemäß nicht weg. Doof, doch nicht zu ändern. Muss ich mich nächste Woche drum kümmern und mir solange mit Kamillosan und Homöopathie helfen, damit es zumindest nicht schlimmer wird.

Wenigstens ist nur ein Auge betroffen, das mir die Sicht trübt und ich hoffe sehr, dass es dabei bleibt.

Es stimmt, dass ich in letzter Zeit, manches nicht sehen möchte, gerade nicht hinschaue, wo sich Schieflagen ergeben, zu oft ja sage, wenn ich Nein meine um des lieben Friedens Willen und vor allem dauernd zwischen Stühle gesteckt werde. Ich puffere nahezu ununterbrochen zwischen Mann und Söhnen, der nicht der Vater ist, aber ein guter Ersatz. Doch gerade läuft es unrund. Da sind Eifersüchteleien und Eckenpinkeleien unterwegs, die ich versuche zu kompensieren, aufzufangen, zu beschwichtigen und ruhig zu halten.

Ich stehe in der Mitte und es dreht sich um mich. Beide Seiten fordern mich als Schiedsrichter und ich rutsche in die Richterinnenrolle, die mir nicht behagt. Ich drücke ein Auge zu, wenn sie sich meiner Ansicht nach daneben benehmen, den Respekt vermissen lassen, unnötig ruppig und bestimmend sind, entschuldige es mit Gründen, die ich mir selbst nicht zugestehen würde. Mein Körper reagiert auf diesen Schiefstand. Das tut er schon seit einer Weile. Jetzt ist das Auge ausgefallen, wund, entzündet vom Wegschauen und gewaltsamen Zudrücken.

Ich werde es öffnen müssen, damit es heilt (zum Arzt muss ich natürlich auch noch) und dann schauen, was hier tatsächlich abgeht. So ist gerade wenig schön.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

18 Kommentare zu „Auf einem Auge blind

  1. Oh, klingt gemein. Gute Besserung! Versuchs mal mit Euphrasiatropfen und lass das Homöopathie-Placebo weg. Euphrasia ist eine Pflanze und heißt nicht ohne Grund auf Deutsch Augentrot. Es gibt verschreibungsfrei Ampullen für jeweils eine Anwendung in der Apotheke. Mir helfen die immer super, bei jeder blöden Augenreizug bis hin Gerstenkörnern oder aufkommenden Bindehautentzündungen.
    Viel Erfolg!

    Gefällt 2 Personen

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