Nicht erreichbar

Ich ziehe das gerade durch, zumindest für diese eine Woche. Ich bin nicht erreichbar und bestehe darauf, dass das so bleibt. Es tut unerwartet gut, den Job tatsächlich auszusperren, für eine Weile nicht daran zu denken und den Kopf zu erholen.

Das Ansprechbarkeitspünktchen steht auf rot. Ich bin nicht da. Zwar nicht am Meer oder sonst irgendwo, sondern nur zu Hause, theoretisch erreichbar und doch außer Reichweite. Ein bisschen Hygiene für die Gedanken, die sowieso Kapriolen schlagen. Gespräche würden reichlich geführt in den letzten Tagen, ein paar Grenzen gesetzt, da muss das andere ruhen. Trotzdem häufen sich Termine, heute sind es drei und die Tage reißen vorbei, als gäbe es kein Morgen.

Gestern habe ich den Herbst genossen, bin mit dem Mann d ohne Wuselhunde losgefahren, nur ein bisschen gehen, Waldesruh, kein Geschnüffel, kein Gebell, nur der Wald und eine kleine Haselmaus, die über den Weg lief, uns skeptisch betrachtete und dann zwischen den Brennnesseln verschwand. Um den Kragen hatte sie bereits Winterfell, der Po war noch kurzbehaart, seltsam sah sie aus. Halbwinter, oben Pelzjäckchen, unten Shorts.

In der alten Kapelle, die nie jemand vandalisiert, obwohl ohne Aufsicht, gab es Fotos und ein ruhiges Gespräch über Leben und Tod, erstaunliche Stimmung zwischen den alten Esskastanienbäumen, von denen ich reflexartig sammelte.

Die Infektionen steigen, es hat wohl den zweiten im weiteren Bekanntenkreis erwischt. Auch er Risikopatient.

Geburt und Tod, dazwischen Leben. Ziele verwischen bei genauer Betrachtung, Garantien gibt es nicht und das Gerede vom Leben danach erscheint wie eine tröstliche Besänftigung, um der keimenden Angst Herr zu werden.

Wir kommen, wir gehen, gehen auf in dem, was uns geschaffen hat. Wie Bäume und Pilze und die kleine Haselmaus, die sich auf den Winter vorbereitet. Die Seele bleibt, doch wenn wir von Seele sprechen, meinen wir unser Bewusstsein. Würde es bleiben, könnte ich mich doch erinnern.

Heute ist Leben, morgen weiß ich nicht. Zwischen den hohen Bäumen ist es so still. Bis zum Wochenende bleibe ich unerreichbar. Ich mag rot, könnte meine neue Lieblings Farbe werden.

Alice

PS… mir gehen die Fuzzietoberthemen aus. Wer noch eine Idee hat, einfach in die Kommentare schreiben….

39 Kommentare Gib deinen ab

  1. Elena sagt:

    Guten Morgen!
    Ich denke, ich kann Dich ziemlich gut verstehen; auch meine Lieblingsfarbe ist rot..

    LG Elena

    Gefällt 2 Personen

    1. Ein Stopschild ist manchmal eine wunderbare Sache 😉 – und ROT

      Gefällt mir

  2. brigwords sagt:

    Herbst, Gedanken über Leben und Tod, das ist so natürlich und die Seele erinnert sich vielleicht doch an etwas ausserhalb, denn sie sehnt sich danach. Vieles bleibt ein Geheimnis, bis wir durch die Türe gehen und es sehen😀 ich wünsche dir einen Wunderschönen Tag. Brig

    Gefällt 2 Personen

    1. Dir auch einen wunderschönen Tag. Die Jahreszeit lädt zum Nachdenken ein…

      Gefällt 1 Person

  3. Christiane sagt:

    Fuzzietober: Herbstferien? Essen, vielleicht sogar Lieblingsessen? Schnupfen? Oder (was ich schwierig finde) Glück (kein Kleeblatt)?
    Würde mich freuen, wenn du was davon brauchen könntest.
    Ich finde, du machst das richtig. Auch du hast ein Recht auf Ferien. 😁👍

    Gefällt 3 Personen

    1. Danke dir… oh, das Sammeln für den Fuzzietober lohnt sich, bald komme ich noch durch den halben November und kann dann schon mit Adventsfuzzies starten 😉

      Gefällt 1 Person

  4. Wortman sagt:

    Einfach mal raus – in Ruhe und ohne Verpflichtungen (Gassi gehen etc.) muss einfach auch mal sein. Das tankt Körper und Geist wieder auf 🙂

    Du brauchst noch Worte?
    Nase
    Spinat
    Größenwahn
    Verrückt
    Sonne
    Sieg
    Rasen

    Ich bin so komisch 😆

    Gefällt 4 Personen

    1. Größenwahn finde ich super…wenn er am Ende aussieht wie Trump? Was tu ich dann?

      Gefällt 2 Personen

      1. Ist wahrscheinlich das Beste…

        Gefällt 1 Person

      2. Wortman sagt:

        Das wird er 😆
        Dann holst ein Messer…

        Gefällt 1 Person

  5. Nati sagt:

    Das Unerreichbare kann man zwischendurch konsequenter durchziehen. Wenn ich keine Lust habe bin ich nicht erreichbar!

    Taucher oder mit Schwimmlerntierchen um die Hüfte
    Sonnenuntergang
    Piknik
    Surfer

    Gefällt 3 Personen

    1. Nicht da sein, kann man lernen, lerne ich gerade… den Surfer finde ich prima 😉

      Gefällt 1 Person

  6. books2cats sagt:

    Liebe Alice, der Rückzug ist eine gute Entscheidung. Man sollte nicht immer und für jeden erreichbar sein. Mein Chef hatte mehrfach schon Freitag eine Stunde nach Feierabend angerufen, obwohl wir vorher alles geklärt haben. Ich gehe nicht mehr ran, am Montag gabs noch nie eine Rückmeldung dazu. Also war es sicher immer Unsinn.
    Zum Fuzzietober: Hoffnung, Berge, Sturm…
    Liebe Grüße, Susanne

    Gefällt 4 Personen

    1. Meist ist es tatsächlich nicht wichtig. Ich weiß nicht, wie oft ich schon spätabends auf eine Klientenfrage antwortete. Die Antwort wurde dann erst am nächsten Morgen gelesen. Jetzt gewöhne ich mir an, dass die Fragen am nächsten tag auch noch da sind 😉 Hoffnung gefällt mir 😉

      Gefällt 3 Personen

      1. books2cats sagt:

        Das ist doch schon der erste Schritt in die richtige Richtung. Es gibt doch immer einen nächsten Tag.

        Gefällt 2 Personen

      2. Jepp, hoffentlich 😉

        Gefällt 1 Person

  7. hanneweb sagt:

    Richtig do, denn man kann, muss und sollte auch nicht immer und überall erreichbar sein.
    Für Fuzzie fällt mir dazu passend ein… „ich steh im Regen, und warte auf dich…“ 🎶😉
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 1 Person

    1. Du hast es mit den Ohrwürmern, oder? Jetzt summe ich schon seit 5 Minuten vor mich hin… hihi

      Gefällt 1 Person

      1. hanneweb sagt:

        Deine so schönen Bilder bringen anscheinend immer wieder mal eine musikalische Saite in mir zum schwingen und irgendwie passten gerade auch die Zeilen dazu… Lach

        Gefällt 1 Person

      2. Das ist doch ein gutes Ziel, oder? Andere zum Schmunzeln zu bringen…

        Gefällt 1 Person

  8. Myriade sagt:

    Fuzzie im Sturm mit wehenden Ohren ein Wassertropfen rinnt aus einem Ohr 🙃

    Gefällt 3 Personen

    1. Der Arme… Wasser zum einen Ohr rein und zum anderen raus 🙂

      Gefällt mir

      1. Myriade sagt:

        Der den ich so vor mir sehe, mag das 😉 🙂

        Gefällt 2 Personen

  9. Manchmal braucht man einfach eine Auszeit. Das Leben wird immer komplizierter.
    Ein Vorschlag für den Fuzzie: Oktoberfest😉

    Gefällt 1 Person

    1. Mit Dirndl und einer fetten Brezel… klasse 😉

      Gefällt mir

  10. Was ist mit Marionette für den Fuzzitober? Ansonsten tagesaktuell: virtuelle Buchmesse?
    Liebe Grüße

    Gefällt 2 Personen

    1. Marionette, ja, wir sind manchmal alle welche, oder?

      Gefällt 2 Personen

      1. Oh jaaa, jedenfalls fühlt es sich so an …

        Gefällt 1 Person

  11. Fuzzietober : Laubhaufen, – bläser, – sack, – besen

    Gefällt 1 Person

    1. Der Herbst ist da… Es bläst in allen Gärten 🙂

      Gefällt mir

  12. Der Herbst ist da… Es bläst in allen Gärten 😉

    Gefällt 1 Person

  13. Und Alice mit dem Spruch führt uns auf falsche Fährten 😁

    Gefällt 1 Person

    1. Nuja… ein Schelm, wer böses dabei denkt 😉

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s