Veröffentlicht in Mal über mich

Im Hinterhalt

Die Migräne lauert im Hinterhalt, seit Tagen schleicht sie um mich herum, kratzt mal hier, mal dort, schließt ihre kalten Finger um meinen Nacken, würgt mich und raubt mir den Schlaf.

Fass mich nicht an, ist der Tenor. Klare Gedanken verklumpen zu grauem Brei. Helles Licht schmerzt bei Berührung. Zeit, mich lahmzulegen, hat sie beschlossen. Vielleicht ist es ganz gut so.

Schmerztabletten dämpfen nur, lassen die halbe Wahrheit im Nirwana verschwinden. Es ist so viel zu tun, doch das reicht nicht.

Die Seele schreit mit, will ihre Ruhe, will das warme Zudeck und das echte Mitgefühl, das immer verwehrt wurde. Du bist eine Pflicht, raunt es in mir. Und eine Last, ergänzt eine bekannte Stimme.

Schwarze Gedanken kriechen aus verschlossen geglaubten Verließen, kreisen vor meinen Augen und winken mit Erinnerungen. Der Kaffee würgt mich, ich mag gerade nicht funktionieren.

Und doch wird das Notwendige heute erledigt werden, die Handreichungen und Arbeiten abgehakt und erledigt.

Die verrückte Katze jagt eine halbtote Motte über das zerkratzte Parkett. Kein Ausweg in Sicht. Ich trage den letzten in meinem Herzen. Dort darf er bleiben, ihn zu halten, beruhigt.

Was ich brauche, weiß ich nicht. Nur Ersatz wird geliefert. Er füllt die Regale mit Unnötigkeiten. Ich will wieder den Boden spüren. Die Wut lauert im Hintergrund. Was für ein Morgen.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

3 Kommentare zu „Im Hinterhalt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s