Alltäglicher Wahnsinn

Immer ist was, nie ist es auch nur annähernd ruhig. Doch wer will das schon. Normal wäre ja auch langweilig.

Die Hündin ist wieder läufig und wir geben dem Team noch eine Chance. Leider haben die beiden diverse Probleme. Der kleine Rüde probiert es tapfer, „trifft“ aber nicht oder probiert es von der falschen Seite. Die Hündin bleibt einigermaßen geduldig, schaut mich allerdings oft hilfesuchend an. Ich dachte über Hundepornos nach und animierende Musik. Doch es liegt nicht am Willen, es liegt am Geschick. Im schlimmsten Fall adoptieren wir doch.

Der Sohn hat wochenlang an einem Video für eine Band geschnitten, sollte sich künstlerisch austoben. Ich war begeistert vom Ergebnis, die Band nicht. Sie hatten was anderes erwartet, hätten vielleicht ein paar Beispielvideos zeigen sollen. Allerdings war mit dem bereitgestellten Material kein Wunder zu erwarten. Und den Weißabgleich macht man bei der Aufnahme. Den Schuh dem Cutter zuzuschieben, ist Unsinn. So hat der Sohn zumindest gelernt, dass engmaschige Kommunikation mit potentiellen Kunden ( dies war ein Freundschaftsdienst) wichtig ist. Er trägt es mit Fassung, was mich beruhigt. Ärgern tut er sich doch.

Einen Job zu finden, erstmal eine Idee, ist für ihn genauso schwer, wie es für mich gewesen wäre, hätte man mich nicht irgendwo rein geschubst, wo ich nicht hingehöre. Erlebt man sich lange Zeit als am falschen Ort geparkt, geht es an die Substanz. Gerade ist hier auch nicht so gut. Zu viele Ideen, zu wenig Zeit. Ich fange an und schmeiße hin. So wird das nichts. Für lange Projekte ist der Atem zu kurz. Ich brauche jemanden, der mich bei der Stange hält, muss ich feststellen, jemanden, der unbeirrbar vom richtigen Ziel überzeugt ist, um meine Zweifel wegzuwischen. Hab ich nicht, muss ich selber machen, ist ganz schön schwer.

Das abendliche Draußensitzen bei Rosé und Musik, wurde vom Gewitter unterbrochen. Der Mann hastete durchs Haus, schloss Fenster, die hätten offen bleiben dürfen. Es ist nur Regen und so nah kamen die Blitze nicht. Er humpelt immer noch herum, irgendein Nerv ist eingeklemmt. Die nächste Woche ist er noch zu Hause, danach müssen wir sehen.

Heute mache ich nichts. Weder für den Job noch für den Haushalt. Gestern war genug, ein voller Tag Pause muss sein, sonst drehe ich durch. Die Idee von gestern Abend sollte archiviert werden. Sie taugt für eine Kurzgeschichte. Ich weiß nicht, wie andere das machen, die ganze Romane schreiben. Wird ihnen das nicht langweilig? Mich machen schon fünf Kurzgeschichten zum selben Thema fertig. Vielleicht ist Zeit lassen eine Lösung und nach und nach abarbeiten.

So gerne würde ich mal alles kombinieren. Meine Zeichnungen, die Fotografien, die Geschichten. So richtig abtauchen in den Prozess. Doch etwas hält mich an der Oberfläche, hindert mich. Vielleicht weil ich da unten Farbe bekennen muss, sehe, was alles noch nicht gut ist, was ich nicht kann.

Heute ist frei, hoffe ich. Ich weiß nicht, was der Rest der Familie gerade plant. Noch schlafen alle.

Alice

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nati sagt:

    Gut dass du nicht den gleichen Fehler machst mit deinen Sohn.
    Ich kenn es auch nur zu gut. Nicht wirklich hilfreich.

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    1. Ja, doch es braucht einen langen Atem… auf beiden Seiten. Und der Ex grätscht immer rein…

      Gefällt 2 Personen

      1. Nati sagt:

        Nicht gut.
        Aber zu irgendetwas nötigen ist der ganz falsche Weg.

        Gefällt 1 Person

      2. Denke ich auch. Und vor Allem sehe ich, wohin es führt…

        Gefällt 1 Person

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