Das Leben, der Ärger und die Inkompetenz

Ich liebe solche Titel. Irgendwann zwischen Peter Greenaway und Hakan Nesser fing es an und wann immer ich mich nicht entscheiden kann, ist das eine wundervolle Lösung.

Ich habe eine empfindliche Stelle, also ich habe ganz viele empfindliche Stellen, doch die, die mich gestern beschäftigte während ich mit meinem Mann den überfälligen Hausputz erledigte, die ist ganz besonders zart vernarbt. Und da gestern jemand der Meinung war, er müsse sein frisch gewetztes Messer da reinstoßen, weil er gerade einen schlechten Tag oder mies gefickt hatte ( sorry, ich habe Proletengene), musste ich etwas nachdenken und schwieg mich aus, weil beides gleichzeitig schon mal schief geht. Also reden oder schreiben und denken.

Eigentlich müsste ich ihm dankbar sein, dem Kritiker, der ohne Ahnung einfach loslegte ( ich bleibe mal beim er, es könnte auch eine sie sein, doch ich mag diesen Gendermist nicht) und mir mal kurz das Handtuch in der nassen Dusche unter den Füßen wegzog. Irgendwo zwischen „Was erlauben Strunz?“ und „Hat er Recht?“ landete ich auf dem Hosenboden. Und da saß ich nun.

Zweifelte mal eben meine ganze Existenz an, fühlte mich mies und inkompetent, fragte mich, ob das, was ich tue, was ich für richtig halte und mir Spaß macht, überhaupt eine Daseinsberechtigung hat.

Es hat ein bisschen gedauert, doch zwischen dem zweiten Klo und dem Wischwasser kam die Erleuchtung. Nicht nur, woher es kommt, dass ich auf so was direkt anspringe wie der Hofhund auf die vorbeieilende Katze, sondern auch, dass es keine Rolle spielt. Es gibt diese schöne Geschichte von Vater, Sohn und Esel und lauter Kritikern, die keine Entscheidung für gut halten und am Ende die beiden zwingen, den absurdesten Weg zu gehen.

Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Stand auch schon in meinem Poesiealbum, also mag da was dran sein. Es gibt immer Menschen, denen das missfällt, was man gerade tut. Sie haben wahrscheinlich nichts Besseres zu tun, als die Staubkörnchen auf der Anrichte zu zählen, während sich in ihrem Keller der Müll sammelt. Ich kann das nicht abstellen und ich kann sie nicht vermeiden. Unter dem Strich ist es ihr Problem, weil sie ihr Leben mit dem Blick auf Negatives beschweren. Ihr Ding, nicht meins.

Ich mache Fehler, jede Menge sogar. Ich bin nicht perfekt, sondern ziemlich mittelmäßig in fast Allem, was ich tue.

Da bin ich in hervorragender Gesellschaft, das sind nämlich die meisten. Und ohne die ganzen Fehler und Defizite, die kleinen und großen Niederlagen und das Scheitern, würde ich mich nicht weiterentwickeln.

Und jetzt kommt ein großes ABER, da diese Personen sich dadurch als Retter aufspielen und meinen mit dem Hinweis auf die Fehler ein gutes Werk zu tun. Tun sie nicht, weil die Kritik aus deren Mund weder konstruktiv noch hilfreich ist. Sie dient der eigenen Überhöhung und ist irgendwo motivationstechnisch zwischen Missgunst und Neid angesiedelt.

Mir ist das ab sofort egal. Gerne dürfen sie sich aus dem Fenster lehnen und weiter Falschparker der Polizei melden. Ist ihr Problem, ihre Lebenszeit, am Ende vielleicht ihr Karma.

Vielleicht fühlen sie sich in ihrem nächsten Leben als Ameise sogar ganz passend aufgehoben. Allerdings sollten sie dann auf die mit den großen Füßen aufpassen.

Alice

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Reiner sagt:

    Sie versuchen es immer wieder mal, in unterschiedlicher Gestalt. Es findet sich. Wird anders, meist besser. Irgend einen Vorteil hat auch das älter-werden.

    Sonst so? Proleten-Geme.
    Noch jemand 🙂
    Lieben Gruß 👋

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    1. Lieben Gruß zurück… ja, wird besser weil leichter zu erkennen. Älter werden hat auch Vorteile

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  2. Ich halt mixh da an das Achtel-Lorbeerblatt von Reinhard Mey: Ich bedenk, was ein jeder zu sagen hat und schweig fein still. Ich setz mich auf mein Achtel Lorbeerblatt und mache was ich will.😉

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  3. ruhland99 sagt:

    Besinnen Dich doch ganz einfach auf das Wesentliche. Und das bist Du. Der Rest ist zu vernachlässigen.☀️

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  4. www.wortbehagen.de.index.php sagt:

    Nun hast Du es rausgelassen und das ist gut.
    Pfeif auf die, die meinen, alles zu wissen und alles besser zu können, auf die, die verunsichern und meinen, sie hätten nur Gutes gewollt. Pfeif auf die, denn es sind die Neidhammel und Klugscheißer, die Wadenbeißer. Pfeif auf sie!

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    1. Ich kann da leider schlecht aus meiner Haut, doch es wird besser… 🙂

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      1. www.wortbehagen.de.index.php sagt:

        Mir gehts ähnlich wie Dir ;.)

        Gefällt 1 Person

      2. www.wortbehagen.de.index.php sagt:

        Mir gehts ähnlich wie Dir

        Gefällt 1 Person

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