In der Enge

Ich bin kein Neurologe und leider ist es über Küchenpsychologie nie hinausgegangen. Doch was irgendwann mal hängengeblieben ist bei der Lektüre eines spannenden Buches, ist die Tatsache, dass wir mehrere Gehirnareale haben.

Das ursprüngliche, das Reptiliengehirn ist die Basis. Dort werden Reflexe gesteuert. Wir atmen, unser Herz schlägt, die Verdauung funktioniert, ohne dass wir darauf einen besonderen Einfluss haben, von irgendwelchen Yogis oder Meditationsgeübten mal abgesehen.

Dann kommt das Säugetiergehirn. Triebe herrschen da vor. Essen, Paarung, Kampf oder Flucht.

Und erst darüber kommt das, was uns zum Menschen macht. Kommunikation, Selbstreflexion, all der Kram, den Tiere nicht können und auf den wir einen willentlichen Einfluss haben.

Die drei sind unzertrennlich und arbeiten natürlich auch nicht unabhängig voneinander. Sie haben unmittelbaren Kontakt und bedingen sich gegenseitig. Das weiß jeder, der schon mal aus Angst Magendrücken hatte oder Schiss.

Was momentan bei mir abgeht, spielt sich auf der Zwischenebene ab. Das, was sich mein Großhirn ausgedacht hat, macht mir offenbar solche Angst, dass Kampf und Flucht bis zur Selbstzerstörung aktiviert wurden. Die Ratte nagt sich im Käfig das Bein ab, eine gruselige Vorstellung.

Doch so ganz unmenschlich ist das nicht und ich denke, dass viele schon einmal diese Wut gegen sich selbst verspürt haben, wenn über ihren Kopf oder mit ihnen was geschah, was sie nicht steuern konnten.

Was genau gerade der Auslöser ist, kann ich noch nicht genau sagen. Ich bin auf jeden Fall nicht auf der sicheren Seite. Meine zukünftigen Schritte werden mich auf fremdes Land führen und das ist beängstigend. Es besteht die Möglichkeit, mich zurückzuziehen, doch das will ich nicht.

Ich lese gerade ein seltsames Selbsthilfebuch, namens Tools und nach dem, muss ich da jetzt einfach durch. Und auch, wenn alles in mir versucht, zu bremsen, es nützt nichts. Ich hoffe nur, dass ich nicht anfange, mir aus Angst ein Bein abzuknabbern. Wäre schade drum.

Alice

15 Kommentare Gib deinen ab

    1. Ja, das hilft beim Geradeausschauen 🙏😊❤🍀🍀🍀

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  1. Mindsplint sagt:

    Vielleicht sind all Deine Vorstellungen davon, was Du neben dem normalen Leben mit Familie und Job noch alles stemmen willst (regelmäßige Blogeinträge, Fuzzieskizzen, die Werbung samt Verkauf der Fuzzies, Teilnahme an Schreibwettbewerben, das neue Ateliers, …) einfach auch 2much?!
    Ich bin auch ein Psychologe, aber mir erscheint das einfach viel zu viel…..da würde ich auch am Rad drehen, aber sowas von! Einfach mal kürzer treten hilft vielleicht….. 🧘🏻‍♀️

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    1. Mindsplint sagt:

      Sorry, sollte Kein Psychologe heißen

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    2. Klar ist das zu viel, da hänge ich in meiner eigenen Falle. Ich mag nichts davon aufgeben, doch langsamer zu machen. Das ist auf der einen Seite gut für die Qualität, auf der anderen bin ich nicht so ausgepowert. Wobei das tatsächlich gar nicht das Problem ist. Die Schwierigkeiten treten auf, wenn zweite im Spiel sind, ich es nicht mehr für mich mache. Da hüpfe ich gerne in die Falle…
      Liebe Grüße
      Alice 🙏🍀

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      1. Mindsplint sagt:

        Ah, verstehe. Ja, dann kenne ich das, in diese Falle latschen ich auch häufig, wenn ich mit anderen Menschen am selben Projekt arbeite und das Tempo oder der Ergeiz
        nicht übereinstimmen.

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      2. Da ist zu Beginn immer der Rausch, dass man alles schnell und gut hinbekommt. Der Kater folgt am nächsten Tag…

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      3. Mindsplint sagt:

        Korrekt! 🙂
        Und übrigens weiß ich, wie man Ehrgeiz richtig schreibt. 😀

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      4. Hab ich mir fast gedacht 😁 wenn ich am Handy tippe, passiert mir das auch dauernd…

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      5. Mindsplint sagt:

        Ja, echt ärger Hab einen schönen Tag! 🙂

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  2. Du Liebe!

    Ich wünsche Dir viel Geduld mit Dir selbst in dieser schwierigen Zeit. Versuch bitte, nicht allein da durch zu gehen. Such Dir Hilfe! Gute Freunde sind in vielen Situationen genau so hilfreich wie Psychologen. Aber wenn Du denkst, es könnte dazu kommen, dass Du eine bzw. einen Psychologen brauchst, dann versuche, jetzt schon vorsorglich Kontakt aufzunehmen. Die Leute haben unglaublich lange Wartezeiten; und man braucht dann schnell Hilfe, wenn es hart kommt.

    Ich bete für Dich.

    Richard

    Gefällt 3 Personen

    1. Lieber Richard, ich war bis vor Kurzem in Behandlung. Sie hat wirklich viel gebracht, der Rest muss jetzt von mir allein weiterbearbeitet werden. Es ist und bleibt eine Riesenbaustelle, doch es läuft besser bei mir als noch vor einem Jahr. Ich kenne die Fallstricke und tapse seltener hinein. Doch sie werden wahrscheinlich immer zu mir gehören….
      Liebe Grüße und danke 🙏😊

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  3. Reiner sagt:

    Mir helfen Rückzug, Ruhe, soweit möglich.
    Liebe Grüße & Frieden.

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    1. Ja, mir auch, wenn es möglich ist.
      Dir auch liebe Grüße und einen erholsamen Tag

      Gefällt 1 Person

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