Ziel vs. Atemlos

Ich orientiere mich, versuche es zumindest. Ein Ziel zeichnet sich ab, schemenhaft, dünn und zart und ich bemühe mich, mir auszumalen, wie sich diese Haut anfühlt. Es gab Zeiten da trug ich sie, eine Variation davon und sie fühlte sich gut an. Heute sehen meine Ziele anders aus und ich teste mich.

Und da ist eine alte Geschichte. Sie hat was mit Beziehung, Märtyrertum und Energielosigkeit zu tun. Lässt jemand in meiner Gegenwart seufzend de Hände in den Schoß fallen, zieht es mir die Füße weg. Dann verschwindet dieses dünne Fell noch bevor es angewachsen ist. Es gibt so viel anderes, wichtiges zu tun. Und ich sitze da und… zeichne oder bastle oder schreibe gar. Die Luft fehlt mir und ich werde müde als wäre der der kleine Hügel auf den ich krabbelte, schon zu hoch.

Auch jetzt ist das wieder so und ich forsche nach den konkreten Ursachen, dem exakten Augenblick, wo mir in meiner Kindheit so der Schneid abgekauft wurde. Ich finde ihn nicht, es wird ein Prozess gewesen sein, eine subtile Schuld, die mir auf die zarten Schultern geschmissen wurde, die mich heute noch schief stehen lässt.

Doch ich muss sie nicht finden, muss ihn nicht eruieren diesen einen Augenblick, um ihn zu akzeptieren, denn er war da. Er war da und legte mir Handschellen an, die ich nur in Momenten abschütteln konnte, wo niemand in meiner Nähe litt. Denn dieses Leid kann ich nicht lösen, konnte es nicht und werde es nicht können. Es ist da und – so grausam das klingt – es ist nicht mein Leid. Es ist ein selbstgezimmertes bequemes und es darf auf der anderen Seite bleiben.

Ich möchte weitermachen mit meinem Ziel, auch wenn ich vielleicht nicht die erfolgreichste Person darin werde. Es ist ein schönes Ziel. Da galloppieren Zebras auf Shirts umher, Tassen türmen sich, Fotografie schälen sich aus Entwicklerflüssigkeiten. Es wird gebaut, gezeichnet, gemacht, gefertigt und – geschrieben.

Denn Schreiben kommt gerade zu kurz und das ist schade. Aber alles gleichzeitig geht nicht, oder doch?

Alice

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. piri ulbrich sagt:

    Tanz, wenn es sein muss auf allen Hochzeiten – denn tanzen kannst du. Sogar ziemlich gut!

    Gefällt 3 Personen

    1. Danke dir 🙂 Es ist wichtig für mich, weiter auf die Musik zu hören als auf den, der sie leiser macht.
      Liebe Grüße und sei gut zu dir…
      Alice

      Gefällt 2 Personen

  2. Es geht vielleicht alles, aber es muss ja nicht alles sein und vor allem nicht alles gleichzeitig

    Gefällt 3 Personen

  3. Arthrotia sagt:

    Wenn zu viel wird, kurz innehalten und nur auf deinen Atem hören. Spüren wie Du dich fühlst. Und mache einfach das, wobei du dich wohlfühlst. Das hast du doch auch schon in der Vergangenheit gemacht. Liebe Grüße, Ursula 🍀🤗🐝🐞🌼🐖

    Gefällt 2 Personen

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