ABC-Etüde – Feierabend

Zu den Etüden bei Christiane. Die Wortspende kommt von Olpo Olponator.

Es gab keinen Grund zu Zweifeln.

Die Spurensicherung suchte oberflächlich, sammelte nur die liegengebliebene Handtasche und den Hut auf dem Katamaran ein, tütete sie sorgfältig in dichte Plastiktaschen und schickte sie ins Labor.

Der junge Polizist meldete sich krank für den Rest des Nachmittags und ging seine Mutter besuchen. Dort schauten sie sich alte Fotos an, erzählten ein bisschen und weinten eine Weile um das verlorende Kind.

Der Polizeichef, der mit dem Mann denselben Golfclub besuchte, schaute ihnen über die Schulter, machte unauffällig, auffällig deutlich, dass sie ihn rasch in Ruhe lassen sollten.

Die Seenotrettung fuhr hinaus, schickte Taucher ins Wasser an der angegebenen Stelle, doch fand sie nichts außer einer Ölspur und ein paar Imbissverpackungen, die sauber gewaschen auf den Wellen tanzten.

Es gab keinen Grund zu reden.

Der Kommissar saß auf seinem Balkon und war nicht bereit, die Geschichte totzuschweigen. Er hatte das großspurige Grinsen gesehen.

Seine Hand umfasste das Whiskeyglas bis es schmerzte.

Alice

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Christiane sagt:

    Dein Kommissar wird mir von Mal zu Mal sympathischer. 😁👍❤️

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    1. Ja… in meinem Kopf hat er was von Erik Ode und Philip Marlowe 😉

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  2. Du stellst uns aber auf die Folter!

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  3. Wenn der Kommi Whiskey säuft und ihn so schreibt, beginne ich, ihn ernst zu nehmen
    Zum ersten Mal.

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    1. Was hat das mit der Schreibweise von Whiskey zu tun?

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      1. *kicher*…
        Die Schreibweise ist wichtig, na klar. So sprechen die wirklich harten Burschen das Wort aus, mit nach oben gezogenem ‚…ey‘ am Schluß. Und rauher Stimme. Kennst du keine John Wayne-Filme ? Könnte ich verstehen – ich auch nicht. Aber das Gehabe impliziert geradezu eine solche Aussprache – und DANN nähme ich den Herrn Kommissar natürlich ernst … alleine wie er auf dem ersten Foto wirkt, das du uns von ihm gezeigt hast: absolut ruhig und verborgen im Halbdunkel und ruhend in sich selbst … 😉

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      2. Irischer oder ameriakanischer -ey, schottischer oder kanadischer -y, hat nix mit der Härte, nur mit den Vorlieben zu tun. Ich steh auf irischen, wobei ein japanischer Hibiki ein Traum ist. John Wayne-Filme kenne ich gut, habe mit Sicherheit fast alle in meiner Kindheit gesehen. Ein allzu harter Knochen war er nicht, eher konsequenter Vater und loyaler Freund für seine Mitcowboys 😉
        Ich finde es interessant, welche Bilder auch IN deinem Kopf dazu entstehen, unabhängig vom „Foto“ (an dieser Stelle herzlichen Dank)

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      3. Hahaha – gute Beschreibung des Soft-Helden, so sehe ich ihn auch und seine Kriegsfilme … na klar, hatte Hollywood auch eine soziale Rolle zu erfüllen, neben dem Kasseklingelnlassen, da hat sich nix geändert…
        In meinem Kopf sind NUR Bilder und prügeln sich andauernd mit dem Verstand herum … 😉

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      4. Das Problem mit den Bildern habe ich auch, ich bin quasi naturstoned. John Wayne hat tatsächlich eine große Vorbildfunktion gehabt, nicht nur für andere Schauspieler. Das änderte sich, als er sich outete, oder geoutet wurde in dieser homophoben Gesellschaft

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      5. Quasi ein Freddy Quinn Schicksal … 😉

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