Veröffentlicht in Mal über mich

Eingenistet

Ich habe mich eingenistet. Das Wohnzimmer ist mit Beschlag belegt. Hier findet gerade Leben statt, wenn ich nicht im Bett liege. Wobei Schlafen auf dem Sofa ja auch ganz prima geht.

Die Söhne haben sich nicht angesteckt, zumindest bisher. Der Mann hustet oben, ich bin schon wach.

Zwangsruhe ist ein interessanter Zustand. Man möchte eigentlich, doch es geht nicht. Das Hirn läuft auf 50 Prozent, Serien in Dauerschleife. Ideen kommen und gehen, manche finden ihren Weg ins Notizheft. Edelfuzzies kamen gerade dazu, ich habe Lust auf Farbe. Ob das Wohnzimmer die Panscherei überlebt, weiß ich noch nicht.

Es ist früh, eigentlich zu früh für die Flucht aus dem Krankenbett. Die Katze schnurrt neben mir, möchte gerne geknuddelt werden. Vieles geht gerade langsam, draußen geht Leben weiter, hier regiert der Mentalist.

Ich steh offenbar auf subversive Persönlichkeiten und damit bin ich nicht alleine. Soziopathen, die sich einen Scheiß darum scheren, was andere von ihnen denken. Die Gefühle verstecken, Traumata mit Aggressivität begegnen, in erster Linie gegen sich selbst. Sehe ich mich selbst darin oder möchte ich ein bisschen mehr so sein wie sie.

Draußen ist egal, ich zieh mein Ding durch. Ein interessanter Gedanke, nicht neu, vom Prinzip her eher abstoßend. Und doch, wer wie ich mehr nach außen schaut, für den ist eine kleine Kurskorrektur vielleicht nicht so schlecht.

Ich geh jetzt duschen, auch das kann gerade nicht schaden. Und dann niste ich mich hier weiter ein. Das Virus schmeiße ich aber bald raus.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

Ein Kommentar zu „Eingenistet

  1. Vielleicht sind diese vermeintlichen Sozio-Pathen nicht mehr auf das Urteil von außen angewiesen – und das ist ein himmelweiter Unterschied,
    wenn denn der Fokus aufbauend und liebevoll ist …

    – doch auch das ist seltsamerweise für die meisten zu anstrengend – macht aber nix,
    außer den „paar“ Regenbogen-Tränen, die man wegen ihrer vergießt, weil sie ihr Potenzial …

    Alles Liebe,
    Raffa.

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