Veröffentlicht in Kurzgeschichten

ABC-Etüde – Ansteckungsgefahr

Zu den Etüden bei Christiane. Die Wortspende ist von meinereiner.

„Echt jetzt?“ Alice putzt sich die Nase und schaut mit tränenden Augen zu den beiden Männern herüber, die mit hängenden Schultern auf der anderen Seite des Couchtisches sitzen. „Was soll ich sagen?“, beginnt der eine und der andere ergänzt „Tut mir leid!“

„Ihr seid doch nicht ganz dicht!“ Unfreiwillig muss sie grinsen und zieht den Obstkorb ein bisschen näher. „Nur weil ihr mich angesteckt habt, müsst ihr nicht so traurig gucken. Eine Grippe ist nur eine Grippe. Die geht vorbei, wie man an euch Vollpfosten sieht.“

„Die holde Maid hängt gebleicht in den Kissen, Gevatter Tod streckt…“

„Schnauze!“, kichert sie und hält sich die schmerzenden Rippenbögen. „Macht mir lieber Tee!“

Beide stehen gleichzeitig auf, drehen sich zueinander, stoßen fast zusammen und flüchten vor ihrem Gelächter, das in einen Hustenanfall übergeht, in die Küche.

„Todesursache?“, Mühlenbrock schnieft. Karl erhebt sich, betrachtet den Computer mit einem mitleidigen Blick und haucht „Virus!“

„Dann geh´ich jetzt nach Hause und leg mich hin. Hab keine Lust in den Pathologie unter deinen ungeschickten Fingern zu landen.“ Er packt seine Tasche, röchelt ein „Bis irgendwann“ und verlässt das Revier.

„Ist er nicht zum Knuddeln?“, denkt Karl und nimmt seinen Mundschutz ab.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

4 Kommentare zu „ABC-Etüde – Ansteckungsgefahr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s