ABC-Etüde – Leere Zimmer

Zu den Etüden bei Christiane. Die Wortspende kommt von Red Skies over Paradise.

Ein Lehrerzimmer ist kein leeres Zimmer. Und selbst, wenn es von physischer oder auch geistiger Unbehaustheit geprägt sein könnte, so befinden sich doch selbst nach Feierabend diverse Möbel und Schicksale darin.

Wenn der letzte Gong ertönt, strömt alles aus dem Gebäude. In der Regel deutlich schneller, als es sich morgens füllte. Nur der Hausmeister stromert noch durch die Zimmer, löscht hier ein Licht, fährt dort einen PC herunter und hört schwermütige Musik, während in seinem Zuhause das Licht ausgeht.

Es ist dann leise dort, nur ab und an hört man ein Mäuschen, das an harten Schülerbrotresten nagt. Man überlegte, eine Schulkatze einzuführen, welche die Mäuschen haschen könnte, doch diverse Allergien und Ängste schoben dem einen Riegel vor.

So sitzt am Ende des Tages die Leere in den Zimmern, spielt vielleicht im Licht der Straßenlaternen auf der Mundharmonika und wartet auf ihre Ablösung.

Alice

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Christiane sagt:

    Erstaunlich, dass „man“ mehr Angst vor Katzenhaaren als vor Mäusen hat 🐱
    Schön, das mit der Leere, dem Licht und der Mundharmonika, gefällt mir.
    Liebe Grüße
    Christiane 🤧😷👍

    Gefällt 3 Personen

    1. Ja, irgendwas ist immer
      Danke dir

      Gefällt 1 Person

  2. Nati sagt:

    Ich mag immer wieder deine bildhaften Erzählungen.

    Gefällt 2 Personen

  3. Soviel Poesie in einem Lehrerzimmer, wer hätte das gedacht …

    Gefällt 3 Personen

    1. Die haben die Deutschlehrer vergessen einzupacken…

      Gefällt 3 Personen

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