Veröffentlicht in Mal über mich

gutenachgedanken – tempo

Wir wollen hier nicht über Taschentücher sinnieren. Doch nebenbei sei erwähnt, dass Mann und Söhne in den letzten Woche überproportional viele verwendeten. Ich nicht – und dabei gedenke ich es zu belassen.

Erwähnt werden sollte ebenfalls nicht, dass die große Hündin auf Taschentücher steht, quasi Hundekaugummi. Die Kombination dieser beiden Bedürfnisse…

Aber lassen wir das. ich schweife ab. Und zwar gründlich.

Das Thema, das mich gerade beschäftigt, ist Tempo, Geschwindigkeit. Frage ich meine Schüler, hoffe ich auf mindestens einen, der die Definition im mathematischen Sinne, nämlich Weg pro Zeit auch hinbekommt. Nunja, manchmal habe ich das Glück.

In meinem Leben geht mir vieles einfach zu langsam. Alles dauert, braucht Zeit, ist von Pausen durchsetzt. Ich passe mich an an all die, denen Hochgeschwindigkeit zu stressig ist. Das Problem ist, dass Hochgeschwindigkeit tatsächlich zu meinen Bedürfnissen gehört und eine Reduzierung derselben für mich Stress bedeutet.

Dem Lauschen unendlich langsamer Ausführungen kann ich aus Langeweile nicht folgen, Umständlichkeiten ekeln mich, warum schleichen, wenn man rennen kann. Der Hibbel in mir bremst sich im Außen aus und macht im Kopf weiter.

Es ist ein Akt der Selbstfürsorge wieder darauf zu lauschen und diesen kleinen Teufel zuzulassen. Sonst werde ich träge und langsam und das tut mir nicht gut.

Übrigens einer der Gründe, warum ich im Allgemeinen nicht als teamfähig gelte. Entweder reiße ich innerhalb der ersten Minuten die Herrschaft an mich, regel das Problem und entlasse alle nach der halben Zeit nach Hause. Oder ich leide und fange an, meinen Kopf mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Meist falle ich dann unangenehm auf, werde zu laut oder zu albern und stand schon mehr als einmal kurz vor dem Rauswurf aus der Gruppe.

Treffe ich aber auf einen Querdenker wie mich, wird es lustig. Niemand, außer uns beiden versteht, wovon wir reden, welche Hopser unser Hirn da hinlegt. Die anderen werden nölig während ich jubiliere, mich unglaublich lebendig fühle.

Rücksicht nehme ich viel zu oft, stoppe, bremse mich und fühle mich falsch.

Dabei ist es doch in Ordnung, so wie es ist. Oder habe ich etwa zu schnell geredet…?

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

19 Kommentare zu „gutenachgedanken – tempo

  1. Das kommt mir ein wenig bekannt vor, lach…
    Wenn jemand auf Umwegen mir versucht etwas zu erzählen, schaltet mein Gehirn ab und geht auf Wanderschaft. Da kann ich gar nichts für.
    Oder wenn alles so elendig lang dauert könnte ich schon mal…., na du weißt schon.
    Könnte es sein dass du ein Widder bist?

    Gefällt 2 Personen

      1. Geht mir aber ähnlich – kein Widder. Bei belanglosem Zeug sitze ich automatisch an einem rauschenden Wasserfall. Wenn kein Inhalt vorhanden ist, kann ja auch nichts verloren gehen. Bei monotonem Singsang, dem ich zu folgen versuche, werd ich aggressiv. Da kann es schon mal passieren, dass ich die Sätze schnell zu Ende spreche oder Unsinn draus mache. Außerdem lache ich – auch mein Schatz und meine Jungs – immer im Kino an Stellen, an denen keiner lacht.

        Gefällt 2 Personen

  2. Zitat Alice: „Entweder reiße ich innerhalb der ersten Minuten die Herrschaft an mich, regel das Problem und entlasse alle nach der halben Zeit nach Hause. …“

    Meine liebe Alice,
    Danke für das Lachen, beim Lesen deiner Zeilen. 🙂 Das weckte Erinnerungen.
    Gibt es auch Situationen, die du nicht schnell hinter dich bringen willst, sondern am liebsten langsamer machen würdest?
    Fühlbare Grüße * Luxus
    (8.4.)

    Gefällt 1 Person

  3. Du bist du, andere sind anders, darum bist du noch lange nicht falsch 🙂
    Nur ein Gefühl …

    Selbst bin ich ein ziemlich typisches Luftzeichen, im Sonnenzeichen Zwillinge geboren, Aszendent Löwe und ansonsten sehr viel Wasser und eine Menge seltsamer Aspekte im Geburtshoroskop. Als Kind war ich ängstlich, gehemmt bis blockiert, träge im Denken. Später dann entdeckte ich mein bis dahin nicht gekanntes Talent, etwas zu be-greifen. Das war derart überraschend, dass ich mich erst einmal gut 20 Jahre mit allen möglichen Stöffchen sedieren musste :), dennoch redete ich meist schneller, als ich dachte, mit den passenden Komplikationen in der Folge.

    Mittlerweile bin ich gerne mal still, oder schreibe, da hat es mehr Zeit zum nachdenken…möchte an der Stelle mal förmlich um gewisse Nachsicht denjenigen gegenüber bitten, die nicht so flink inner Birne sind 🙂

    L.G.

    Gefällt 1 Person

  4. Was gibt es Schöneres, wenn Buchstaben laufen, rennen, hüpfen, die Kurve kriegen – die Schritte in die Tat begleiten, sich eben nicht im Kreise drehen und „erstaunlicherweise“ eine Spirale des Wachstums herauskommt, als dann nur Worte, welche sie nur im Kreise drehen und die Schnecke und Schnecken in zwei Monaten ganze 2 Meter schaffen …

    Wenn sich dann noch die Struktur der Zeit verändert …, es gibt kaum etwas Genialeres!

    Alles Liebe,
    Raffa.

    Gefällt 1 Person

      1. Ja, ich muß jedoch noch ein „Ei“ kaufen und bei Ebay läuft gerade eine Versteigerung, wo ich aufs „Z“ mit biete …
        „ch“´s habe ich ohne Ende …- chchch

        Sei eingeladen, beim Prutschen, Co-Schrauber finde ich grundsätzlich Klasse,
        Raffa.

        Gefällt 1 Person

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