Veröffentlicht in Mal über mich, Schreiben

Familie

Meine Familie ist selbstgemacht. Dafür habe ich vor etlichen Jahren vier Jungs in einigermaßen regelmäßigen Abständen rausgepresst.

Der Mann, der dazu gehörte, würde abwegig und entsorgt. Da waren wir zu fünft und kamen klar. Ein neuer Mann tauchte auf und den gedenke ich, zu behalten.

Zwei Hunde und zwei Katzen ergänzen das Team, fertig.

Mein Mann ist mit der halben Kleinstadt verwandt. Wenn ein Geburtstag ansteht, ist das Haus voll. Zwei Onkel, zwei Tanten nebst Anhang, Kusinen und Cousins (gibt es eigentlich eine deutsche Schreibweise von Cousin? Ist das Kuseng???).

Bei mir ist nichts los. Eine familienuntaugliche Einzelkindmutter, ein familienuntauglicher Einzelkindvater, ein familienuntauglicher Bruder irgendwo im süddeutschen Raum. Sie waren noch nicht einmal bei meiner Hochzeit und lediglich die Oma beschenkt ihre Enkel zu Geburtstagen und Weihnachten.

Grußkartenfamilie.

Das selbstgemachte Konzept läuft besser, auch wenn die Jungs manchmal etwas zu vermissen meinen. Sie werden lernen, dass keine Großeltern besser sein können als die vorhandenen.

Zur Not leiht mein Mann ihnen etwas von seiner. Da ist ja ŕeichlich.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

25 Kommentare zu „Familie

  1. Die deutsche Version zu Cousine ist „Base“; der Duden hat es mir gerade noch einmal bestätigt. Ich kenne das Wort seit Kindertagen aus Puschkins Märchen vom Zaren Saltan:
    „… Doch die beiden
    Schwestern, die ihr Glück beneiden,
    mit der Base Babariche
    sinnen sie auf arge Schliche …“

    Gefällt 1 Person

  2. also erst mal großen Respekt von der Mama die 4 Jungs großgezogen hat oder noch tut ! Dies ist in der heutigen Zeit mehr als eine Herausforderung ! Du kannst definitiv stolz darauf sein !!!!
    Ja mit der Familie ist das so eine Sache ! Aussuchen geht leider nicht und ich kenne ähnliche Fälle wo sich Familienmitglieder nicht kümmern !
    Ich kenne Großeltern die ihre Enkel seit der Geburt vielleicht 2 – 3 x gesehen haben und heute sind die immerhin 9 und 13 Jahre alt. Die wohnen aber nur 10 km auseinander. Also an der Entfernung kann es nicht liegen ! Kein Interesse und das verstehe ich nicht. OK sind Scheidungskinder aber trotzdem habe ich da kein Verständnis. Nichts zum Geburtstag oder Weihnachten ect. Also diese Mißstände gibt es bei Großeltern auch !!!
    Die heutige Zeit ist schnelllebig und jeder hat mit sich selbst zu tun ! Da werden Verwandschaftsbesuche ect. hinten angestellt. Im Alter stellt man dann fest, dass man unter Umständen alleine dasteht und dann wir das Handeln über die Jahre erst richtig bewusst !!! Traurig aber wahr !!

    Gefällt 1 Person

  3. So ähnlich ist es bei mir auch. Ich habe gelernt, mir die Kuchenkrümel aus beiden Welten heraus zu pflücken. Die große Familie, die ich vor einigen Jahren zum Mann dazu bekam, nimmt zum Glück nicht übel, wenn man als gewohnter Kleinstfamilienmensch nicht immer mitmachen will und sich zurück zieht. Das gibt’s sicher auch anders, da muß man sich dann dauernd rechtfertigen.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s