Veröffentlicht in Begegnungen, Mal über mich

365 Begegnungen – Tag 39 – Die Ignoranz

Ich habe heute das Haus nicht verlassen und doch mehr geregelt als an vielen anderen Tagen. Und morgen werde ich damit weitermachen.

Ich werde weitermachen, bis ich mich wieder wohl in meiner kleinen Haut fühle, denn das bin ich mir schuldig.

Im Dezember letzten Jahres schenkte mein Mann mir einen Fotokurs. Eins süße Idee und ich freute mich, auch wenn die Fotografin andeutete, dass es erst im Januar etwas werden würde. Sie würde sich melden.

Der Januar ging vorbei, ebenso der Februar und der März. Kein Mucks kam von ihrer Seite. Logischerweise hatte ich keine Lust mehr, da die Fotografin offensichtlich auch keine Lust hatte. Also suchte mein Mann mit dem Gutschein den Laden auf. Die Herrin des Hauses war nicht zu sprechen, die Angestellte hatte keine Ahnung und war auch nicht in der Lage dazu, Informationen weiterzugeben.

Mindestens vier Mal war mein Mann dort und musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Am Ende hinterließ er erneut seine Nummer und lockte aus der Angestellten zumindest das Versprechen heraus, dass die Chefin sich melden würde. Was selbstverständlich nicht geschah.

Durch Zufall entdeckte ich ihre Seite bei Facebook und knallte ihr eine nette Kritik in die Bewertungen. Das sorgte endlich dafür, dass sie Kontakt aufnahm. Nach nahezu elf Monaten.

Ob ich das nicht anders, als mit einer öffentlichen Kritik hätte regeln können, fragte sie und ich machte es ihr so schwer wie möglich. Fazit ist, dass wir endlich das Geld (und keinen Gutschein) für die nicht erbrachten Leistungen bekommen. Pampig wurde sie am Ende. Soll sie und bitte bitte pleite gehen. Aber das regelt das Karma sicherlich für mich.

Ich mag übrigens keine Bedienungsanleitungen, Bauanleitungen auch nicht. Bei unserer aktuellen Baustelle, einem Anlehngewächshaus geht es nicht ohne. Allerdings ist die Anleitung so katastrophal schlecht, mehr als die Hälfte erfährt man erst durch ausprobieren, dass wir für heute die Schnauze voll haben. Und was die Sache nicht besser macht, ist die Tatsache, dass Schritte rückgängig gemacht werden müssen oder Elemente einfach nicht mehr passen. Morgen werde ich mir einen netten Herrn dieses Unternehmens krallen, ihm ein paar Fotos zuschicken und mal sehen, was er dazu zu sagen hat. Mir als Maschinenbauingenieur wird er hoffentlich nicht die Kompetenz absprechen, eine an sich simple Profilkonstruktion aufzubauen.

Ich verabscheue Ignoranz. Ich kann es nicht ausstehen, wenn Menschen sich keine Gedanken darüber machen, wie andere mit ihrem Verhalten klar kommen.

Es wird Zeit für ein fettes Veto, nicht mit mir, nicht mehr.

Und, ich muss gestehen, die aufgestellten Nackenhaare und das tiefe Knurren in meiner Kehle fühlen sich verflixt gut an.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

9 Kommentare zu „365 Begegnungen – Tag 39 – Die Ignoranz

  1. Ignoranz ist mir auch eine Anfechtung.
    Ich verabscheue vor allem koreanische Bauanleitungen. Da fingen mein Kinder immer an zu weinen, sobald sie die Zeichen sahen. Leider kauften sie sich immer wieder Modellflugzeuge, deren Teile ich nicht zusammenfügen konnte. Später erst habe ich ihnen gestanden, dass ich es auch mit deutschen nicht besser gekonnt hätte. Sie hätten es ahnen können, nachdem ein windschiefes Ruinen-Lebkuchendorf kurz vor Weihnachten in der Küche stand.

    Gefällt 1 Person

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