Tag 277/365 – Konsum

Ärgerlich bin ich und frustriert. Geduldig war ich über Wochen und Monate, doch jetzt ist Feierabend. Konnte gestern noch eine gute Nachricht das Problem vorübergehend aus dem Fokus rücken, so muss ich heute handeln.

Köpfe gewaschen habe ich gestern, wütend war ich, dass ich Lebensmittel wegwerfen musste, dass sämtliche Ansprachen nichts nützten. Dass gedankenlos konsumiert wird. Hier bei uns. Und zu allem Überfluss trage ich Schuld daran.

Immer ist alles da, keiner muss verzichten. Futtern, schlafen, ausruhen. Lass sie doch, war mein Grundtenor. Ab und an meldete ich mich, diskutierte, machte klar, versuchte es zumindest. Und war am Ende weder streng noch konsequent genug.

Eine Grundhaltung, die ich zuließ, die nicht nur die Mülltonnen füllte, sondern auch Energien raubte hat sich eingenistet. Ich mache keine Vorwürfe, bin ich als Erwachsene doch diejenige, die erziehen und bewusst machen muss.

Es geht ihnen zu gut, würden die Alten sagen. Und ich stimme dem uneingeschränkt zu. Und wenn es manchen zu gut geht, geht es anderen zu schlecht.

Wenn ich es genau überlege, ist schon lange eine Schieflage eingetreten, war schon immer eine da.

Heureka möchte ich gerade rufen, doch die pure Erkenntnis bringt mich nicht weiter. What would Alice do? drängt sich gerade auf.

Wird Zeit, dass ich in ihre Haut schlüpfe.

Alice

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. nun weiß ich nicht, von welchen mengen ( weg geworfene Lebensmittel) du sprichst, aber ich schätze, das gehört zur heutigen Lebensart irgendwie dazu. man will immer auf alle wünsche und Gelegenheiten eingerichtet sein und stellt hernach fest, dass die wünsche plötzlich andere waren (eben noch mochte Kind nr.1 dies oder jenes ganz furchtbar und hielt es für unverzichtbar und ein paar stunden später tut es so, als hätte es das zeugs nie gemocht) und keine sonder-notfälle eingetreten sind. selbst mir als verhältnismäßig bewusst lebender alleinesserin passiert das.
    und weil ich nicht die ausmaße und gründe deines Unmuts kenne, ist es schwer, da etwas zu raten. meine mutter jedenfall (wäre dieses jahr 97 gewesen) hat aus allem immer noch etwas gemacht. ziemlich schmackhaft sogar. und ging nur dann einkaufen, wenn es notwendig war. sowieso denke ich, dass man sich früherer Gewohnheiten besinnen sollte.
    aber das ist ein konjunktiv, an den sich schwer halten lässt.

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    1. Die Mengen sind überschaubar, dennoch in ihrer Form nicht notwendig. Drei gleiche Packungen Salami muss man nicht öffnen, um dann zwei verderben zu lassen. Das Phänomen „heute so – morgen so“ kenne ich natürlich. Wenn ich dann Bedarf antizipiere und Massen einkaufe, bin ich irgendwo selbst schuld. Es ist nicht die letzte Möhre, die irgendwo in der Ecke des Kühlschranks vor sich hin welkt. Ich hasse es, wenn ich Fleisch wegwerfen muss, schließlich ist dafür ein Tier gestorben. Mein Fazit ist, dass ich die Jungs in die Verantwortung mit einbeziehe. Sie sollen Einkaufslisten mitgestalten, aufschreiben, was sie wollen und damit klarkommen, wenn mal nichts mehr da ist von ihrem Lieblingsessen. Verhungern muss bei uns niemand.
      Lieben Gruß
      Alice

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      1. bei geöffneten Packungen setzte ich (und wir reden ja, wenn ich recht verstanden habe, von jungs) auf deren Blindheit. da ist immer nur das sichtbar, was gerade offen ist. der rest verschwindet unsichtbar im gemüsefach. und bei fleisch habe ich nie auf den angemeldeten bedarf gewartet, sondern kurz vor ablauf irgendwas zusammen „gepfriemelt“. sie folgten dann der nase oder wenigstens hatte man zeit gewonnen bzw. konnte einfrieren.

        Gefällt 2 Personen

      2. Ja, ich muss neue Strategien anwenden. Und sie müssen neue Verhaltensweisen lernen. So ist Leben 🙂
        Danke für deine Worte
        Alice

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  2. Hilft ergo nur noch Konfuzius, die Dritte??? (;-)
    Sorry, für den kleinen „Kreisverkehr“ hier. und andersrum? – Watt mutt, datt mutt, oder?
    Wenn das geistig nicht mehr läuft – dann muß eben die „direkte“ Ursache-Wirkung Geschichte her! – und auch das kann und ist Liebe…

    Alles Liebe,
    Raffa.

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    1. Da bin ich gerade dran 🙂 Ich werde in Zukunft beim Einkauf viel Geld sparen 🙂
      Liebe Grüße an den konfuzianischen Narren
      Alice

      Gefällt 1 Person

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