Veröffentlicht in Mal über mich

Gutenachtgedanken – Derb

Achtung, hier wird es derb. Zarte Gemüter bitte nicht lesen.

Meine Familie hat einen derben Humor, das ist mein Erbteil. Wir sind innerhalb unserer Wände nicht politisch korrekt und versuchen oft stundenlang beim Tabletkreuzworträtselspiel Begriffe unterzubringen, die man nicht laut ausspricht. Inoffiziell gibt das Extrapunkte, offiziell werden wir drei Level zurückgestuft. (Das gibt dann nochmal Punkte)

Die daraus entstehenden Gesprächsfetzen würden für rote Ohren sorgen, wenn wir abgehört werden würden. Wir sinnieren über die Auswirkungen die es haben könnte, wenn jemand seinen Minipenis in eine Bierflasche stecken würde und das arme Körperteil aufgrund des Blutstaus zu ungeahnter Größe wachsen würde.

In der Notaufnahme wäre er einem echten Dilemma ausgesetzt. Abnehmen oder dranlassen. Nur, was macht man mit der Bierflasche, vor allem, wenn noch Bier drin ist.

Unser kleiner Rüde reagiert leicht erregt, wenn man ihn auf den Arm nimmt. Wir haben schon einige Male überlegt, ihn in Pimmel umzubenennen. Nur, wie kommt das, wenn sonntags Kirche ist und man den Zwerg ins Haus ruft, weil er die Kirchgänger anbellt. Oder wenn – mal wieder – die Zeugen Jehovas vor der Tür stehen.

Sie würden uns nie wieder besuchen, oder täglich vor der Tür stehen, um uns vor dem Teufel zu retten. Wer weiß das schon genau.

Es gibt nichts, über das man sich nicht lustig machen darf oder kann. Wie schon Serdan Somuncu sagte, jede Minderheit hat ein recht auf Diskriminierung. Ich weiß, wovon ich rede. Schließlich bin ich zu 90% meiner Lebenszeit allein unter Männern.

Während der Ausbildung haben die Männer in den Werkstätten Bikinis für die Frauen auf ihren Pin-Up-Kalendern gebastelt, ich habe mir einen mit nackten Kerlen gekauft und dazwischen aufgehängt.

Alles brüllt, wenn jemand seine Meinung sagt. Die Redefreiheit ist schon längst eingeschränkt. Es wird gegen Grönemeyer gewettert oder man feiert seine Worte. Die sozialen Medien beschneiden die persönliche Freiheit viel mehr als es jede Zensur von oben könnte.

Was ist da bloß los? Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich möchte reden dürfen, wie mir der Mund gewachsen ist, möchte derb sein dürfen, wenn mir danach ist, direkt und klar. Ich möchte meine Meinung kund tun. Dass zum Beispiel der dauernuschelnde Sänger das Recht darauf hat, seinen Einfluss zu nutzen. dass Campino politisch sein darf und muss. Dass es nichts bringt, die Fresse zu halten und wir viel zu oft still und politisch korrekt sind. So ein weichgespülter Friday for Future wird gehypt weil es mehr ist, als sich 90% der Menschen trauen zu sagen.

Wir sind so mundtot, so vergaffaverklebt, dass nur noch leise Töne rausfiepen. Niemand traut sich mehr und wir schauen zu und hoffen, dass alles gut wird.

Oje, der Hopser war abenteuerlich, seht es mir nach.

Alice

Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

52 Kommentare zu „Gutenachtgedanken – Derb

      1. Dennoch wird man vorsichtiger und das ist grundschlecht. Beleidige ich jemanden mit meinen Worten, möchte ich den direkten Kontakt und die Möglichkeit mich zu erklären oder entschuldigen. Das wird auch genommen. Wir werden schweigend und kuschen.

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      2. Nun, das ist wohl schon erwiesen worden, das mit dem Verlust der Kommunikationsfähigkeit… Das Netz und dessen Möglichkeiten überfordern oder drohen die eigene Wahrnehmung zu vernebeln… von den Gefühle ganz zu schweigen….

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  1. Guten Morgen, liebe Alice!
    Schweigen ist niemals gut! Egal, bei welcher Gelegenheit.
    Mir schwirrt immer noch ein Satz von Martin Luther King im Kopf herum, den ich einmal las:
    Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.

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  2. Stilblüte ❤ :

    Sonst so? Ein Jugendfreund hatte einen Hund namens Taxi. Wenn der im Wald des Sonntags von dannen ging und gerufen werden musste – die Gesichter der anderen Sonntags-Spaziergänger, unbeschreiblich.

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  3. Ich sage immer noch Negerkuss. In meiner Jugend war „Neger“ kein Wort, welches man nicht sagen durfte, und wir meinten das auch nicht abwertend, wenn wir über Neger sprachen. Das gilt auch für Zigeuner. Schwul war früher ja auch eher abwertend. Heute bin ich stolz darauf, schwul zu sein.

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  4. Ahoi Alice,

    wunderbare „Hüpfer“ – und klar sollten wir die Freiheit nutzen und nicht nur diese exponierten, siehe es mir bitte nach, auftragserfüllenden Barden. Ich weiß, daß ich da in eine „Wunde“ gehe, wo das Echo zurückkommt. Hast du meinen gestrigen „Hegel“ gelesen – und ich hoffe, daß ich da keinen allzu großen kryptischen Buchstabensalat zurück gelassen habe.
    Es ist auch schwer, in meiner Buchstabensuppe das „Eiklar“ zu finden, doch ist es nicht so, daß wir auch verstrickt und radikalisiert werden sollen – auch an unseren „Heroes“ festhalten und ebenso an gewissen Weltbildern.
    Und werden wir dann nicht „Schubladen-unkompartibel“, wenn wir uns zurücksetzen und betrachten… so, vielleicht, ein klitzekleines bißchen und ein größeres Bild erkennen.
    Wie ich schon beim Hegel andeutete – … diesen netten, aufgehübschten Weg (auch durch diverse Protagonisten – „links wie rechts“) hin zu dieser uns alsbald dargereichten „Lösung aller Probleme“.
    Ich hoffe, du kannst meine „Schubladen-Inkompi“ nachvollziehen und auch meine „zarten“ Andeutungen, wo man uns durch diese „profanen“, wie ablenkenden „Positionierungen“ hin.krieg.en will…

    Danke für deine „Derbheit“, den Aufruf, die Freiheit zu nutzen und auch zu schützen, wie auch für die Plattform und das „Ausrufe.Zeichen“ für mehr Streitkultur, statt eben der verlangten Duckmäuser- und „Toleranz-Haltung.

    Mit bestem Dank und lieben Gruß,
    Raffa.

    p.s.:Was hälst du von Duktus und Tonlage von H.G. in Wien und des Herrn Frege in Chemnitz – als „Teil-Authist“ bekam ich eine Gänsehaut …
    Spannend auch, wie sich Lebensläufe der zwei Herren gleichen, samt der Geschichte des Familien-Clans – oops, nahezu ein Doublette, gerade was die Familien angeht zu der lieben Greta – kann man NOCH ganz entspannt und mit wenigen Clicks bei Wiki in Erfahrung bringen.

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    1. Ich betrachte meine Heroes durchaus reflektiert und sehe in ihrem Handeln auch den Auftrag beziehungsweise das Gefallenwollen, denn dies ist unweigerlich ein Teil ihres Berufes.
      Über die Aufregung bezüglich dem Herren G. musste ich schrecklich lachen. Eine Persiflage erkennt wohl heute nur einer, wenn man es dran schreibt. Schlagt sie mit den eigenen Waffen oder „ich kann das auch“ hätte daneben stehen sollen. Gänsehaut ja, deshalb schrieb ich über Rhetorik, die inhaltsgelöst dazu in der Lage ist, Menschen in den Bann zu ziehen. Sie ist nutzbar für alle Seiten. Wem wir unser Ohr schenken, liegt in unserem Ermessen und Verantwortung.
      Die Familöien der beiden kenne ich nicht persönlich, doch weiß ich, dass beide aus gutbürgerlichem (man könnte CDU-) Zuhause kommen (so wie ich auch, nur nicht so gutbürgerlich) und zumindest der Herr F. ordentlich rebelliert hat. Linke Socken eben, was sie mir auch sympathisch macht, unabhängig von der Musik.
      Lebensrichtungen entstehen, wenn bestimmte Einflussgrößen auf bestimmte Veranlagungen treffen und dann ähneln sich die Ergebnisse auch schon mal.
      In diesem Sinne einen lieben Gruß zurück
      Alice

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      1. Trau dich zu recherchieren, auch wenn es das eine oder andere Weltbild „kostet“.
        Ich habe, was das „künstlerische“ angeht, auch einiges gehen lassen müssen, wo mein „unbestimmtes authistisches Gefühl“ sich paarte mit der Neugier …
        Police, weg (Respekt für Summers und Copeland)!, U2 komplett weg – lustigerweise sind Prince und Jackson im „Ranking“ gestiegen …
        Politik: die erste „Liebe“, die Ur-Grünen nach Kelly/Bastian weg! Der frühe Fischer sorgte schnell für authistische Bauchschmerzen. Der deutsche Hoffnungs-JFK Engholm samt SPD – weg, wobei ich nochmal rein ging wegen 16 Jahre „Birne“ – doch nach der ganzen Hartzerei, völkerechtswidrigem Krieg(en) weg! Demokratie auch weg.
        Sport – weg…
        Nun die Welt wird halt kleiner, wenn man sich trennt – und es ist schwer sich zu trennen (hatten wir ja auch bei anderen Themen schon), von den „haltenden“ alten Gewohnheiten.

        Den Herbert jetzt aber so zu deuten, nun gut.
        Was aber mit der Geschichte: These vs. Anti-These = Synthese oder auch „Ordnung aus dem Chaos“??

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      2. Ich habe gerade rumgeklickst und nichts gefunden, was mich verwunderte oder mir neu war. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich bin mir der biederen Mittelstandsherkunft der beiden durchaus bewusst.
        Loslassen ja, auch künstlerisches, wobei ich Menschen als Künstler akzeptieren kann auch wenn ich sie als Menschen nicht so toll finde.
        Lieben Gruß

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      3. Na, so bieder ist die Herkunft nicht. Ein oder zwei Generationen zurückblicken – erinnert zu dem an die Familiengeschichte der Bushes, die man gerade in linken Kreisen“ dann so akzeptiert und annimmt, oder? Sind es die vermeintlichen „Lieblinge“, dann greift so etwas seltsam menschliches …
        Nimmt man die „Göttinger“ Familie des Herrn G. stößt man auf Nobelpreise, wie bei der Familie der Zöpfchenträgerin… Bei allen findet man „seltsame Clubs und Vereinigungen“ – ich habe mir mittlerweile angewöhnt nach der „geistigen Ausrichtung“ dieser „Kader-Schmieden“ zu schauen, nach den Gründern, den „Kraften“ dahinter – und nebenbei, so habe ich etliche Humanisten und Revoluzzer verloren, wie schon im eigenen Beitrag geschrieben, von Voltaire bis Marx. Ja, dem Campino kann man dann auch dieses Aufmüpfige abnehmen, die innere Familien-Revolte – und auch wenn er nah dran ist, warum gibt es keinen Song über seinen Bruder oder Großvater oder den Ur-Opa? Könnte ja mal aus dem Nähkästchen plaudern.
        Sorry, ich habe zuviel Zeit und den falschen Schwerpunkt und bin ein wahrer Privatier, einer der Illusionen raubt (frei nach dem lateinischem Wortstamm), Weltbilder, der Eins und Eins zusammen zählen mag
        und auch etwas Angst hat um die Töchter, wie auch die anderen Seelen…
        Wo ich blöderweise noch mal auf das Hegel´sche Modell anspreche oder gibt es diese Synthese gar nicht?, habe ich den falschen Präsidenten, Kanzlern und Würdenträgern zu gehört (ganz gleich ob Elefanten oder Esel, rechts oder links)?

        Danke für deine Worte und deinen Langmut,
        Raffa.

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      4. Möchtest du was von meinem Opa hören und welchen Einfluss er auf die Familie hatte? So viel sei gesagt, ich könnte gerade ganz woanders sitzen und hätte er sich nicht ehrgeizig in Nesseln gesetzt wäre vieles harmonischer verlaufen. Ist nicht so und eigentlich geht es auch niemanden was an. Das betrachte ich bei besagten Herren ähnlich. Das Betragen mag seine Ursachen da haben oder eben auch nicht. Irgendwo ist aber Schluss mit Ursachenforschung, sonst verliere ich mich im Mutmaßungsdschungel und am Ende geht es mich nichts an. Ich mag die Musik des einen mehr als die des anderen, aber nicht aufgrund ihrer Familie, sondern weil die aneinandergereihten Noten mir gefallen.
        Grab nicht zu tief. In Kaninchenbauten kann man sich verlaufen.
        Lieben Gruß

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      5. Oh, keine Sorge betreff der Kaninchenbauten.
        Da bin ich vor etlichen (;-) Jahrzehnten unterwegs gewesen, nach den vielen drängenden „Warums?“. Wie ich schon schrieb, es fing mit Kelly, Bastian, Barschel und Engholm an. In den Jahren folgten etliche und mittlerweile was man in der Tiefe, wie der „Hase läuft“. So gibt es „Marker“ und lustige, sich wiederholende Parallelitäten. Die Steuermänner sind auch ausgemacht – von daher hilft mitunter, je nach Fall, ein flüchtiges Abchecken – denn mittlerweile paßt so vieles ineinander und wird auch über Taten, Postulate wie über Medienmacht offenbart. Trotzdem lohnt es sich, bei den Parallelitäten genau hinzu schauen, wenn die Einschläge näher kommen.
        Es geht auch nicht um mögen, was die „kunst“ angeht, doch auch da, wie sonstwo gilt immer noch der alte Spruch:
        Wessen Brot ich freß, dessen Lied ich sing!
        Ergo auch nichts umwerfendes Neues, doch die Verpackung der Moderne und des Zeitgeistes darf man dann doch entfernen – auch, wenn einem das, was man dann sieht nicht gefällt.
        …weil so kindisch brauchen wir dann nicht sein (obwohl von irgendwem? gewollt), daß wir wie Dreijährige Versteckenspielen, uns die Augen zu halten – ist nämlich genauso blöd, wie zu allem die Fresse zu halten, denn dann haben SIE gewonnen, erstrecht, wenn wir das „Nachplappern“, was mit der beballten Medienmacht bezahlen und ein paar Brotkrumen hergeben – ganz gleich an wen….

        Drum nutzen wir wahrlich und frei nach Mey, die noch vorhandene Freiheit…. denn auch eben dieser Mey hat mit dem Zaunpfahl gewunken, auf seine Art. Ein Goethe hat es auch getan, doch den dürfen wir ja mit Klorollen bewerfen und „facken“, nicht wahr?

        Komm, laß uns wachsam sein und dieses wach sein kennt keine Grenzen und erstrecht keine Partei-politischen Lager (lateinischer Wortstamm und -sinn von Partei?), höhö, ja sorry, ist doch wahr!
        … und dazu gehört auch zu schauen, wie sie gerade die Synthese zusammen basteln, auch wenn sie alles tun, daß wir es nicht sehen, wahrnehmen, bis hin, daß sie uns die Fähigkeit dazu nehmen.

        Das ist halt meins, weil ich die Liebe liebe und nicht den Zwang und die Unterdrückung, die Verblödung und Beschneidung – auch wenn ich damit nerve, statt mit Wattebäuschen einzuladen, wegen der „good Vibes und so“

        So bitte ich vielmals um Verzeihung,
        trotz und in aller Liebe,
        weil ich noch so ungeschickt bin mit meinem salzigen Finger und die ehemals gelernten Manipulationsmethoden verachte (um mir wieder einen Sack sensitiver und gefälliger „Wattebäuschen“ zu kaufen.

        Hab dich echt lieb, euch alle,
        Raffa.

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  5. Da mein Naturell so angelegt ist, dass ich mich gar nicht zurück halten kann, stellt sich für mich die Frage nicht, ich gehe, wenn nicht anders möglich, auf Konfrontation. Manchmal nehme ich Beulen mit Nachhause aber das macht nichts. Daran habe ich mich gewöhnt 😉

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