ABC-Etüde – Neu

Zu den Etüden bei Christiane, die Wortspende stammt dieses Mal von mir.

Er entließ sie mit den Worten, doch bitte gut auf sich aufzupassen. Langsam zog sie die Tür hinter sich zu, atmete durch und setzte Fuß vor Fuß in Richtung Ausgang. Die Sekretärin winkte mit ein paar Formularen, doch sie sah weg, drückte den Aufzugsknopf und stieg ein, ohne zurückzublicken.

An den Weg nach Hause sollte sie sich später nicht mehr erinnern können. Gerade hatte sie ihre Existenzgrundlage über Bord geworfen, Gedanken kamen und gingen, waren nicht greifbar. Über die Miete für den nächsten Monat wollte sie nicht nachdenken. Das würde sie machen, wenn es soweit war.

Zuhause zog sie Schuhe und Jacke aus und ließ sich ein Schaumbad ein. Noch wollte sie nicht in ihr Arbeitszimmer, die kleine Abstellkammer am Ende des Flures. Noch suchte sie Ausflüchte, sich dem zu stellen, was ihr im Gespräch mit dem Abteilungsleiter so einfach erschien.

Irgendwann war das Wasser kalt und es gab keine Ausflüchte mehr. Sie rubbelte ihr Haar trocken, zog den weichen Bademantel an und ging in die Küche. Sie goss sich ein Glas Wein ein. Leben sind variabel, kam ihr in den Sinn. Es gibt viele Wege und es gibt immer Lösungen.

Sie öffnete die Tür des kleinen fensterlosen Raumes mit feuchten Händen. Dann schaltete sie den Computer ein und bereitete sich auf ihr Ziel vor. Der erste eigene Roman.

Alice

10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Christiane sagt:

    O meine Güte. Ein großer Schritt. Da sind feuchte Hände angemessen. Ich wünsche ihr viel Glück – und dass sie eine Einnahmequelle hat 😉
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Danke, es wäre ein Traum, den ich mir leider nicht leisten kann
      Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

  2. Corly sagt:

    Huhu,

    oh, das klang ja erst nicht so gut, aber das mit dem Roman klingt echt cool.

    LG Corly

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    1. Schön wäre das, wenn man es sich leisten kann.
      Liebe Grüße
      Alice

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      1. Corly sagt:

        ja, auf jeden Fall.

        LG Corly

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  3. Man kann ja klein anfangen, oder?
    Vielleicht sollten wir uns alle ein wenig mehr Mut machen?
    LG Werner

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    1. Ja, ich denke schon. Alles aufgeben muss ja nicht sein, doch das eine etwas weniger und das andere ein wenig mehr machen ist doch ein Anfang 🙂

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  4. Ulli sagt:

    Wieder ein sehr schöner Bogen! Ich wünsche ihr Freude beim schreiben und danach Gesehenwerden 😉
    herzliche Grüsse
    Ulli

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