Veröffentlicht in 365 Tage, Mal über mich, Psychokram, Schreiben

Tag 125/365 – Filter

Eine ganz nette Fotografie, finde ich. Trotz des kaputten Autofokus ganz ordentlich gelungen, schöne Farben, schönes Licht.

Ein Ausschnitt aus der Welt, hübsch anzusehen, eine perfekte Blüte. Dass ich daran rumschraubte, sieht man kaum. ISO runter, Tiefe rauf, ein wenig an den Reglern drehen, den Bildausschnitt optimieren, hier ein wenig weichzeichnen, dort ein wenig schärfen.

Meistens lasse ich das inzwischen, korrigiere gelegentlich noch die Belichtung, wenn ich mich mal vergriffen habe.

So wie im Leben, entweder gelingt es, oder eben nicht. Es ist selten ein Drama. Die Filter sind in den meisten Fällen nicht nötig. Das ändert aber nichts daran, dass wir eins draus machen.
Anderen zeigen wir nur unsere gute Seite, verschweigen, kaschieren unsere Macken.  Tun so, als ob wir wären, was wir nicht sind, zumindest nicht ausschließlich. Wollen intelligent, gebildet, schön wirken. Feilen an Fotografien von uns, wir Frauen helfen mit Make-up und Haarfarben nach, legen uns Halbwissen zu, um in Gesprächen zu glänzen. Basteln ein Bild, das mit der Realität höchstens die Grundvoraussetzungen gemein hat.
Solange wir abends die Schminke abwaschen, den gepflegten Wortschatz in den Schrank packen, uns noch kennen und mögen, wie wir wirklich sind, ist alles gut.
Alice

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Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

2 Kommentare zu „Tag 125/365 – Filter

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