Veröffentlicht in AnthoAlice

AnthoAlice – Dunkle Zeiten – Teil 2

Zur Blogparade bei mir. Thema sind Erinnerungen.

Zur Warnung! Nichts für zarte Seelen. Es ist wichtig für mich, das hinauszuschreien.

Eine unerträgliche Situation. Ein Mann mit einer schwangeren Affäre, eine gedemütigte Frau, die sich von einem Prinzen retten lassen will. Ein Narzist kann das, was ihm gehört nicht freigeben, also droht er mit dem Freitod. Und verspricht, dass alles besser wird. Sie zeugen ein zweites Kind, geplant und ganz bewusst. Es soll ihre Ehe retten, das ist seine Aufgabe.

Die schwangere Affäre verschwindet, bringt irgendwo ihr Kind zur Welt und ein halbes Jahr später wird in dem Haus ein Mädchen geboren. Alle freuen sich, hoffen auf den kleinen Menschen, der sich dieser großen Aufgabe nicht bewusst ist. Die Großmütter helfen, pflegen beschützen die Kinder, halten die Verantwortung von den unreifen Eltern fern.

Doch dann stirbt die eine, die wichtige, die starke und alles bricht zusammen. Die Mutter kann und will nicht alleine, entwickelt Ängste, Panik, sucht Halt bei ihrem Mann und greift ins Leere. Der Vater, inzwischen cholerisch, baut seinen Druck in gigantischen Wutanfällen ab, will kein Vater sein, will, dass die Kinder funktionieren, will, dass das Mädchen endlich das tut, für das es in die Welt gesetzt wurde.

Die Kinder leben zwischen Wutanfällen und einer panischen, handlungsunfähigen Mutter. Wie unter einem Damoklesschwert sitzend, wissen sie nie, wann es wieder zuschlägt. Manchmal ist es dennoch lustig, wenn der Vater weg ist, arbeitet oder in Kur. Dann entspannt die Mutter und es wird gelacht und Blödsinn gemacht. Aber an dunklen Tagen braucht sie Halt, hält sich an dem kleinen Mädchen fest, klagt ihr das Leid und ihre Angst und hofft auf Trost und Halt. Die Last ist schwer für das Kind, viel zu schwer. Es wird erwachsen, viel zu früh, sorgt sich, erlaubt sich keine Fehler, versucht den Vater zu besänftigen und die Mutter glücklich zu machen. Doch oft gelingt das nicht und sie steht zwischen den schreienden und weinenden Eltern. Und da sie es nicht schafft, die zu sein, die die Eltern gerne hätten, wird sie gedemütigt, klein gemacht.

Sie versucht die zu sein, die gewünscht wurde, doch sie ist zu pummelig, zu grob, zu frech, zu ehrlich. Sie ist nicht wie das Nachbarsmädchen, das ihre Mutter so toll findet und sie ist zu stark, als dass ihr Vater sie ertragen kann.

Als die Mutter endlich den weißen Ritter findet, ist das Mädchen groß. Die Eltern sind froh, dass sie eine Beziehung hat und auszieht. Endlich frei von jeder Verantwortung, gehen sie auseinander, überlassen die Kinder ihrem Leben und stürzen sich in ihr neues, dass sie sich ja auch verdient haben.

Alice

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Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

15 Kommentare zu „AnthoAlice – Dunkle Zeiten – Teil 2

  1. Ich weigere mich den Beitrag zu liken. (weil ich die Hälfte der Seite so gut kenne, denke ich. ) dennoch wollte ich, was schreiben. Nun verstehe ich, oder glaube zu verstehen, warum sich auf deinem Blog so viele Beiträge zu Narzismus finden.

    Ich wünsche dir eine gute Nacht, mit schönen Träumen 😉

    Jeraph

    Gefällt 1 Person

      1. Manches ähnlich, aber vieles auch ganz anders. Es braucht dir nicht leid zu tun. Du weißt doch Erinnerungen zu Erfahrungen.
        Ich habe viel gelernt.

        (warum habe ich den drang die zu sagen das immerhin körperliche Gewalt bei mir ausblieb, und das es mir doch gar nicht so schlecht ging wie dir? Na, vermutlich auch wieder dieses „hör auf, dir gings nicht schlecht-programm, ging gestern soweit das ich das Handy ausgemacht hab, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, dass ich diesen Kommentar geschrieben hat. Unglaublich was Psychologie mit uns macht.)..

        Einfach liebe Grüße
        Jeraph

        Gefällt 1 Person

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