Veröffentlicht in AnthoAlice

AnthoAlice – Dunkle Zeiten – Teil 1

Zur Blogparade bei mir, Thema sind Erinnerungen.

Seid gewarnt, Erinnerungen sind ein heikles Thema für mich. Diese hier sind nicht schön. Sie sind hart, aber sie sind wichtig für mich. Es ist wichtig, mich ihnen zu stellen, sie in die Welt hinauszuschreien, damit sie ihre Macht über mich verlieren.

Es gibt Eltern, die sollten keine Kinder bekommen. Manche möchten auch gar nicht – und es passiert dennoch.

Die Kombination meiner Eltern hätte nicht schlimmer sein können. Ein Narzisst und eine emotional instabile Frau treffen sich, meinen sich im Gegenüber zu erkennen und zeugen unerwartet und sehr jung ein Kind. Total überfordert mit dem kleinen Stück Mensch, was da auf die Welt gekommen ist und kreisend um die eigenen Bedürfnisse, die ja nun zurückgestellt werden müssen, verlassen sie sich auf die präsenten Großeltern. Die geben Rückhalt mit Erfahrung und Ruhe, unterstützen, reden gut zu, halten aus. Die beiden Eltern ergeben sich in ihr Schicksal. Der Vater gibt die Seefahrt auf und arbeitet in einer Brotfabrik, die Mutter bleibt zu Hause, kümmert sich nicht um ihre Ausbildung, schreibt ihre Träume in den Wind.

Sie leiden untereinander, unter der Unzufriedenheit des anderen, unter der Verpflichtung, sich ungeplant um ein Menschlein kümmern zu müssen. Glücklicherweise sind die Babysitter im haus, so dass sie auch mal ausgehen können, weglaufen vor dem, was sie nicht wollten.

Da stirbt ihr Vater, alt geworden und sie beschließen mit der Mutter und dem Kind zu der anderen, seiner Mutter zu ziehen. Die hat ein Haus und Platz.

Sie wechseln den Wohnort, finden sich ein in die neue Umgebung, schließen Freundschaften. Doch Narzissten brauchen Anerkennung, also sucht er sie und findet sie bei anderen Frauen. Eine folgt auf die andere, es wird nichts verheimlicht, seine Affären sind omnipräsent. Die Mutter leidet darunter, findet Rückhalt bei ihrer Mutter, Ausgleich im Gespräch mit Freundinnen. Doch sie handelt nicht. Immer kleiner wird sie, immer mehr zum Kind, das tut, was man ihm sagt und ansonsten brav schweigt.

Er, aufbrausend von Natur aus, wütet von Zeit zu Zeit. Schreit das Kind an, schlägt es. Sie steht daneben, hält es aus, tut nichts.

Da taucht ein Mann auf, gerade als es am Schlimmsten ist und verspricht ihr Besserung. Sie überlegt wegzugehen, den Rettungsanker zu nehmen, aus der einen in die neue Abhängigkeit zu flüchten. Er, der gerade seine Affäre schwängerte, kann, will sie nicht gehen lassen. Und so schmiedeten sie einen Plan.

Alice

PS…. wie ich befürchtete ist der Text zu lang, also mache ich hier einen Schnitt. Wer es erträgt, lese Teil 2

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Autor:

Nachdenkliches, Persönliches, manchmal Witziges oder Absurdes beschäftigen mich und landen ungefiltert in meinem Blog.

4 Kommentare zu „AnthoAlice – Dunkle Zeiten – Teil 1

  1. Die Blogparade zu verlinken bei meinem Beitrag hat geklappt. Bei dir meinen link zu hinterlassen, nicht. So füge ich den Text hier ein:

    Erinnerungen an viele Osterfeste sind wie ein Fahrplan durch mein bisheriges Leben.

    Da waren die Osterfeste im Dorf meiner Kindheit, voller Freude und Lachen, Genuss und Lebenslust. Das erste an das ich mich erinnere – ich war drei, mein Cousin halb vier -, begann am frühen Morgen natürlich mit der Ostereier-Suche. Wir waren beide albern und wild. Unsere Nester aus Moos waren schnell gefunden. Dann suchten wir noch nach einzelnen versteckten Eiern. Als ich zum zweiten Mal eines fand und zeigen wollte, kam mein Cousin herbeigerannt und hüpfte triumphierend darauf herum. Ohne lang zu zögern schlug ich ihm sein Nest aus der Hand. Schreiend wälzte er sich im Gras. Erst heulten wir kurz, dann lachten wir, schließlich umarmten wir uns. Alles war wieder gut.

    Spätere Einzelkind- Ostern in der Kleinstadt waren bedrückend, eng im Innen wie im Außen und schmerzhaft langweilig. Streit zwischen meinen Eltern, weil Madame wieder etwas nicht bekommen hatte, was sie wollte oder ihr Geschenk nicht groß genug, nicht wertvoll genug war. Kloß im Hals. Es waren glücklicherweise nur wenige.

    Im Schüleraustausch folgten drei Mal wundervolle Ostern in Lyon. Neue Eindrücke, neue Möglichkeiten, andere Gerüche, große Familie, wundervolle Menschen – unvergesslich.

    Ostern mit späterem Mann auf der Ostsee mit neunzehn. Tagsüber segeln mit dem Schwert-Zugvogel, nachts schlafen unter der Persenning am Liegeplatz neben der Passat. Wieder alles anders, aufregend, spannend. Eine Familie nach außen ohne Regeln, künstlerisch und hochbegabt nach eigenen Aussagen und doch tödlich beleidigt die Mutter, wenn man sie übertrat. Ihre zur Schau gestellte Überlegenheit und Ablehnung mir gegenüber – Vorsicht bei Anbändelung mit Mamas Liebling – war unübersehbar. Also schliefen wir im Boot.

    Ostern in Trier mit befreundeter Familie, jede mit zwei Kindern. Der Mann am Abend stinksauer, dass ich die zwei Jungen nicht allein im fremden Hotel lassen wollte. Er ging, kam im Morgengrauen übermüdet, schlecht gelaunt mit Kater und hatte so gar keine Lust auf Ostereier-Suche. Enttäuschend, traurig. Ich machte das Beste daraus und die Kinder hatten ihren Spaß.

    Ostern mit Freundin in Sri Lanka, als ich meine beiden Mädchen holte, Rückkehr bei Schnee und Eis Anfang April.

    Eier suchen im Schnee oder hochschwanger bei Sommertemperaturen. Ostern, in denen ich die Sachen im Wald so gut versteckt hatte, dass wir nur einen Bruchteil finden konnten.

    Ostern nach der Befreiung, mit meinem jetzigen Mann, fröhlich, ungezwungen, viele Gäste, viel Musik. Das blieb auch so. Nicht immer viele Gäste, manchmal auch ganz ruhig. Aber ohne Zwang und jeder so, wie er mag.

    Ostern in Neuseeland, Wiedersehen mit Sohn, Schwiegertochter und der wachsenden Familie. Wieder so viel Neues aufgenommen, so viel gelacht, so viel Liebe.

    Das war ein kleiner Osterquerschnitt.

    Und dieses Jahr? Vielleicht Tirol, wenns klappt. Sonst viel raus, Sofa und Kino, einfach total abschalten.

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